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1.6-Die Chinesen sind echte Spieler Typen. Ältere pensionierte sind in ihrer Freizeit fast immer am spielen. Das hätte ich mir nie so vorgestellt. Mahjogg heisst das am meisten gespielte Brettspiel. Aber auch normale Kartenspiele sind sehr beliebt. Wie manches in China, passiert auch das oft einfach am Boden sitzend. Am meisten beeindruckt haben mich die gamenden Senioren in Peking.

Mahjogg Spieler in Shaxi

Cirka 300 Meter war diese Bankreihe in einem Park in Peking. Gefüllt mit Karten-spielenden Senioren. Dabei geht es nicht etwa leise zu und her!!

Das sind spielende Bambusfloss Guides am Yulong River in Yangshuo-Guilin.

29.5-Der Jangtse war heute fast 130 Km lang wieder mal mein Rennvelo Gebiet. Der Damm, sofern ich mich auf dem fortbewegte, ist unglaublich spannend. Dazu weit und breit die einzige Strasse mit Kurven, ohne Ampeln und sozusagen Autofrei! Wie für einen solchen Wasserschutz üblich ist er erhöht und man sieht so einiges mehr als normal. Es ist eine ganz andere Welt diese Ufergegend. Einerseits ist alles voller Industrie und andererseits gibt es unheimlich schöne Flecken daneben. Mein eigentliches Ziel die letzte Autobahnbrücke (ca 10Km lang) über den ganzen Strom bevor er 100Km später ins Meer fliesst erreichte ich nicht ganz. Denn nach 65 Km dem Wasserlauf entgegen musste ich umkehren um vor dem einnachten wieder daheim zu sein. Zeitweise war ich Kilometerlang einfach allein mit meinem Giant Renner. Über so längere Strecken habe ich das auf Strassen in China noch nie geschafft! Riesige Baustellen im trocken gelegten Fluss wechseln ab mit Stellen mit Sanddünen. Unglaublich feiner Sand! Der Wasserstand sei zur Zeit so tief wie seit 15 Jahren nicht mehr. Wenig später schläft doch einer unter seinem 3-Rad Truck friedlich auf dem Beton!




22.5-Wieder mal ein Regensonntag. Ohne ständige Bewässerung sämtlicher Natur wäre da schon lange alles verdorrt. So war das richtige Nass schon lange fällig. Umso besser liess es sich heute auch atmen. Nie so reine Luft wie in der Schweiz aber doch schon angenehm. Die turbulente Woche verarbeitete ich in einem Spaziergang im Nahe gelegenen fast Menschenleeren Binhe Park am Li River. Wurden Barbara und ich am Mittwoch doch Grosseltern! Urs und Anna in Dortmund sind stolze Eltern einer Lia geworden! So rückt man plötzlich ganz schnell in die dritte Generation. Ein spezielles aber schönes Gefühl!

Dazu hat am Donnerstag ein neuer Prozess-Ingenieur seine Stelle bei KSMS angetreten. Vorgesehen ist Michael, wie er sich nennt, als Chef der neuen grossen Maschine. So wie Lu für die kleinere zuständig ist. Damit werde ich mit Mike in den restlichen Monaten ganz eng zusammenarbeiten. Der Start an den ersten zwei Tagen ist auf jeden Fall mal geglückt.

Nach dem aufwühlenden Rennen von gestern war es herrlich heute entspannt durch die Natur zu laufen. Mit offenen Augen begegnet einem einiges in so einem Park!




21.5-Ein Mountainbike Rennen nur auf asphaltierter Strasse. Sowas, doch auch für mich neues, erwartete mich heute in Jiangyin/Yushanwan. Der Ort liegt am Jangtse etwa 120 km nordwestlich von Taicang. Freund und Arbeitskollege Lu fuhr mich mit seinem Auto zum Rennort. Das war das erste Velo/Bike-Rennen im 2011 der Schwedisch-Chinesischen Sport-Organisation mit Namen „Nordic Ways“! Der heutige Renntag beeinhaltete neben der Bikekategorie auch auch ein Rennvelorace am Morgen. In beiden Veloarten konnte man zwischen Kurz- und Langdistanz wählen. Jeweils sehr spannend, welch „neue“ Natur mich in einer mir fremden Gegend erwartet. Wunderschön wäre es gewesen an diesem künstlichen See dem Yushan Lake, aber auch heute beherrschte die Farbe Grau mit feuchter Luft die Szene. Nix von Sonne oder gar blauem Himmel. Noch unbebaute hügelige, grüne Landschaft. Perfekt geschaffen fur ein echtes Offroad Bikerace. Das soll es dann bei der zweiten Austragung im 2012 geben! Gestern abend auf dem Heimweg vom Job zeigte mein Bikecomputer noch 35 Grad. Sehr warm fur diese Tageszeit. Das änderte durch die Nacht radikal. Am Rennort herrschte angenehmes Sturmwind Wetter, aber die Chinesen froren bei um die 20 Grad!

Buntes treiben vor dem Start. Vom wirklich echten Biker bis zum kettenrauchenden Hobbyfahrer sah ich alles. Die jungen Chinesischen Bikecraks fuhren fast ausnahmslos mit ungefederten Carbonbikes von Trek, Giant oder Merida. Das heisst auch mit starrer Gabel! Insgesamt (Bike+Rennvelo) fast 300 Teilnehmer aus 29! Nationen an der Startlinie. Darunter zahlreiche ganz dunkelhäutige aus Afrika mit Mountainbikes! Mit zwei aufgestellten, lustigen Ghanesen kam ich in ihrem perfektem Englisch ins Gespräch! Sie leben und arbeiten seit 10 Jahren in Wuxi, eine der über Hundert Millionenstädte Chinas. Just for Fun seien sie dabei. 60 Km sei ihre bisher weiteste Bikedistanz, darum wollen sie nur das 2 Runden(21Km) Rennen bestreiten! Mich im Trikot mit dem weissen „Schweizer Kreuz“ am Rücken und an den Ärmeln, ordneten sie zuerst, wie meistens üblich, dem „Roten Kreuz“ zu!! Mister Doc Werner!!

Am Start ging dann wie erwartet sofort die Post ab. Bald waren vorne nur noch etwa 20 rasende BikerInnen der etwa 120 gestarteten beisammen. Darunter auch die schnellsten der Kurzdistanz. Dank dem Westlichen, Schwedischen Einfluss alles bestens organisiert mit unter anderem auch Zeitmesschip und hermetisch abgeriegelten Strassen! Ein echter Speaker in unserem Sinne fehlte leider! Schade, denn die Hunderten unwissenden Zuschauer hätten da dringend Informationen brauchen können. Im Hochglanz Programm mit Werbung überraschend auch Jan Ullrich mit der Bekleidungsfirma Jakroo ganzseitig vertreten. 

Nach zwei der vier leicht hügeligen 10.5 Km Runden in einem fast 40’er Schnitt waren wir an der Spitze noch 12 plus die zwei besten Frauen, auch ich konnte als einziger Ausländer noch mithalten! Trotzdem ich absolut keinen kannte, sagte mir mein erfahrenes Biker-Auge, dass der Chinese mit der „Startnummer 203“ klar der stärkste sein muss. In jeglicher Hinsicht verhielt er sich wie ein Siegfahrer. So war auch er es, der Eingangs der Schlussrunde die entscheidende 6-er Gruppe bilden konnte. Diese machten dann den Sieg nach 1Stunde 7Minuten Fahrzeit mit dem für mich logischen Spurtsieger, der Nummer 203!, unter sich aus. Schnitt 37.6 Km/h! Zwei aus unserer Gruppe konnten noch fast zur Spitze aufschliessen. So blieb im Endkampf der restlichen sechs, dem besten noch der 9.Rang. Knapp und mit den allerletzten Reserven konnte ich mir den zweitletzten Topten Platz im Spurt sichern!

Nach Rennende war ich dank Dolmetscher Lu auch für die interessierten Zuschauer greifbar. Viele wollten ein Foto mit mir. Wie neu und weit weg diese Art von Sport und Material für normale Zuschauer war zeigte sich deutlich in den gestellten Fragen. Riesige Freude hatten all jene, die eine Proberunde mit meinem „Rocky Mountain“ Bike drehen durften! Das weit mehr kostete als hier ein Made in China Auto! Genial für mich, dass ich neben dem Job solche Velosporterlebnisse in einem so fremden Land haben kann! Damit ertrage ich all die täglichen Schwierigkeiten und Sorgen am Arbeitsplatz umso besser!!

Die Start-Zielanlage mit den Chipmatten. Hinten die Startaufstellung unseres Rennens.

Der Spurt um den 9. Rang.  

Die Chinesische "Datasport" Rangliste. Zum Glück steht mein Name nicht in Chinesisch, sonst hätte ich mich gar nicht gefunden!

12.5-Es brauchte also mehr 100 morgendliche Fahrten zur Arbeit, bis ich zum erstenmal einen Chinesen in Bikekleidern und Velohelm traf. Heute war es soweit, plötzlich kam von hinten einer angebraust. Darker heisst er ist Englisch Lehrer in Kunshan. Sein Englisch war fast zu gut für mich. Traf noch keinen Chinesen der es so gut sprach wie er. In der Zwischenzeit kann ich mich mit normal Englisch sprechenden Chinesen sehr gut unterhalten. Er begleite mich in Richtung Anting bis ihn im kleinen Hinterrad die Luft verlies. Wir haben die Tel.Nr ausgetauscht zwecks weiteren Touren. Bin gespannt!

Darker, der Englisch Lehrer asu Kunshan

3./8.5- Schwülfeucht und Heiss war es im tropischen Teil Chinas. Trotzdem kaum die Sonne schun. Mit der hohen Luftfeuchtigkeit hatte ich immer das Gefühl es regne. Aber das alles tat der Szenerie die sich da abspielt ueberhaupt keinen Abruch. Guilin/Yangshuo/Longshen sind etwa zu vergleichen mit Interlaken oder in Südchile ist es Pucon und in Costa Rica Fortuna die auch als Touristenorte einen grossen Namen haben. Trotzdem ist das Meiste ganz anders als in der Schweiz. Guilin hat etwa 700'000 Einwohner und gilt noch fast als ländlich!! Anders zu Shanghai ist auch vieles im Süden. Bei einem Blick in die Ferne in Taicang reihen sich Betontürme aneinander, in Guilin gibt es viel weniger Hochhäuser dafür unzählige grüne, natürliche Felstürme am Horizont zu sehen. Alles ist Dauergrün wie es eben in den Tropen sein sollte. Im Traumreiseziel der Chinesen ist verständlicherweise vieles auf Touristen eingestellt. Fast jeder versucht ein wenig von dem Kuchen abzu-bekommen. Für China Verhältnisse fand ich alles unkompliziert und einfach aber doch gut organisiert. Zusätzlich hat die Region eine ganz andere Küche als Shanghai. Das Essen wird um einiges schärfer zubereitet. So war für mich schon alles feurig heiss was die Einheimischen als normal bezeichneten. Der Typ Mensch ähnelt sehr dem des Südeuropaer! Lustig, fröhlich. Fast alle sprachen sofort Englisch mit mir!

Auf dem Bambusfloss im Yulong River in Richtung Guilin hinunter

Von Guilin nach Yangshuo brachte mich ein Touristenschiff auf dem Li River. Dort tauchten dann einige Uebrraschungen auf. In dieser Kleinstadt, 70 Km ausserhalb Guilin, warten Hunderte, diverse Arten von Velos, auf ihre Mieter. Davon sicher ein Drittel Tandems! So lies ich es mir nicht entgehen zwei Tage mit einem 1-Gang-Zweiervelo!! die Gegend zu erkunden. Musste meinen Guide Evelyn dazu überreden bei mir hinten drauf zu sitzen. Aber nach wenigen Meter war sie begeistert. Die Strassen und Wege hatten zu meiner grossen Freude wieder mal Kurven und Steigungen. Das mehrstündige Rafting mit einem Bambusfloss den Yulong River hinunter durfte auch nicht fehlen. Dazu hat es in den Kalkhügel oft Höhlen. So genoss ich auch die mit 250 Meter tiefe, grösste dieser Art, die Reed flute cave von innen. Im Umfeld dieser ist alles voll mit Schilfrohr, darum hat sie diesen Namen. Drinnen ist, wie in China oft üblich, alles kunstvoll und gekonnt beleuchtet!

Auf dem Li River zwischen Guilin und Yangshou

In der Schilfrohr-flöten Höhle

Das harte Leben der vielen Reisbauern konnte ich aus nächster Nähe mitverfolgen. Fast alles ist Handarbeit im knietiefen Sumpf!! Unten im flachen Tal ist das ja noch ein wenig einfacher. Aber dann in den Bergen von Longsheng war es gewaltig steil. Bis hinauf auf 1200 Meter lagen diese mehrere Hundert Jahre alten Reisterrassen. Alle wirkten wie Bauern-Bau-Kunstwerke. Die angeschmiegt um alle Kurven und Hügel, der Landschaft ein beruhigendes und friedliches Bild geben. In schönen ganz einfachen meistens dreistöckigen Holzhäusern wohnen, die in verschiedenen Stämmen lebenden, Leute. Mindestens immer drei Generationen zusammen. Elektrizität hat es fast ueberall. Aber gekocht wird am Feuer. Im Winter gibt es da auch oft Schnee! Die schönsten Bilder gäben diese Terrassen im Herbst ab schwärmten alle. Da wechseln sie ihre Farbe in Gelb! Nicht allein das wäre ein Grund für mich da nochmals hinzufahren.

Die Reisterrassen von Longji

Schwerstarbeit für Mensch und Tier. Nach stundemlangen waten durchs Reis auch auf dem Heimweg durch den Yulong River

Auf der Reisterrassen Tageswanderung kam ich auch im Dorf Zhonglu vorbei. Das gilt als „The long hair Village“! Die Frauen haben effektiv alle wunderschöne schwarze Haare bis zum Boden oder noch weiter! Die sind aber alle Turbanähnlich auf dem Kopf versteckt! Je nach dem wie sie zusammengeknuepft sind, erkennt man ihren Zivilstand. Geöffnet wird dieser Kopfschmuck aber nur gegen Bezahlung!! Dazu tragen sie auch zum arbeiten schöne farbenfrohe Trachten. Sie haben, neben „normalem Chinesisch“, ihre eigene Sprache. Sehr angenehm, alle diese Berg-Dörfer sind (noch) Autofrei! Nach getaner Hikingtour gönnte ich mir am Abend zur Entspannung zum erstenmal eine Chinesische Fuss-und Beinmassage.

Diese Yao Frau mit ihrem Kopfschmuck begeleite uns zwei Stunden in ihren Turnschuhen. Hier sammelte sie Farnsprossen. Die sie unter anderem anschliessend uns zum Zmittag zubereitete.

„Impression Sanjie Liu“ war eine gewaltige Abendliche Outdoor-Licht-Musik-Show in Yangshou. Auf dem Li River ging da ein unglaubliches Farbenspektakel übers Wasser. 600 Akteure fast alle auf Bambusflossen, mit vielen Varianten Licht vollbringen seit 2004 diese Show. Sogar die 12 umliegenden Hügel wurden in gewissen Teilen dieses Musicals beleuchtet. Regie führte der gleiche Mann der die Eröffnungs Zeremonie der Olympiade in Peking im 2008 leitete.

Die beleuchteten Hügel in der Show um Yangshou

Am letzten Abend hatte ich in Guilin noch die Gelegenheit eine Chinesische Akrobaten Show zu besuchen. Als ausgezeichnete Kunstturner sind die Chinesen ja bekannt. So wurde mir, von Klein bis Gross, mit Hut oder Stock, am Seil oder mit Stühlen und so weiter alles Geboten.
Mit dem letzten Morgen am Sonntag löste Petrus dann das Versprechen ein, dass diese Gegend zur regenreichsten Chinas gilt. Es schüttete unaufhörlich wie aus Kübeln. Das sei der Beginn des Monsuns. So war auch der Rückflug durch diese Wetterfront am Anfang sehr turbulent. Beim Anflug des Shanghai-Hongqiao Airports von Südwesten überfliegt man meinen Wohnort Taicang. Bei da wieder herrlichem Wetter konnte ich meine neue Chinaheimat zum erstenmal aus der Luft sehen. Ein spezielles Gefühl. Das ist jetzt schon wie ein heimkommen hier!

2.5-Der 1. Mai, der Tag der Arbeit wäre ja in einem sozialistischen Land wie China ein ganz wichtiger Feiertag. Wie so vieles gilt das bestenfalls auf dem Papier und nur für eine kleine Schicht von arbeitenden Personen. Diese, die die harte Arbeit leisten, auf dem Bau usw die waren auch gestern Sonntag, eben dem 1. Mai alle hinter der Schaufel, auf dem Bambus Gerüst etc!!!Der Alltag lief ganz normal. In unserer westlich orientierten Firma ist sogar noch der 2. Mai ein Feiertag. Dadurch nutzte ich den schon freien Montag für gerade eine ganze Woche Ferien. Werde von morgen Dienstag bis Sonntag in den Süden Chinas reisen. Die an Vietnam grenzende Provinz Guangxi und die Gegend um Guilin sind mein Ziel. Es erwartet mich dort eine subtropische Traumlandschaft. Grüne, bizarre Karsthügel, viel Wasser, Höhlen und die einmaligen terrassenförmigen Reisfelder an den Hügel.



23.4-Ein ganz spezieller sportlicher Anlass fand heute in Taicang statt. Die Chinesische Gehermeisterschaft über die Distanzen 5 und 10 Kilometer. Ein gut 500 Meter langer Abschnitt einer 4-spurigen Strasse in der Stadt wurde dafür gesperrt. Noch nie habe ich so was Live erlebt. Diese Sportart, in Englisch nennt man es „Race Walking“, ist echt komisch zum schauen und überlebt wohl nur weil es (noch) Olympische Disziplin ist! Schiedsrichter überwachen die „Gehart“ der Wettkämpfer. Es muss immer mindestens ein Fuss/Schuh den Boden berühren. Nach dem dritten Vergehen werden die Geher/innen disqualifiziert. Die Frauen Siegerin über 10 Km (Foto2) mit Nr 589 war in gewaltigen Schritten unglaublich schnell unterwegs. Damit doch oft ohne Bodenkontakt, so dünkte es wenigstens mich! Auch diverse Konkurrentinnen und Betreuer protestierten laufend!  Die Schiedsrichter aber taxierten es als gut. Der Test meiner Filmsequenz im Computer in Zeitlupe daheim gab mir Recht! Dadurch ist diese Laufart als Wettkampf für mich doch eher fragwürdig. Trotzdem war es spannend diese Randsportart mal am Strassenrand miterleben zu können.



20.4-Heute vor 9 Monaten begann ich mein 1 Jahres Job im Osten. Da zurzeit das ganze Projekt nie dort ist wo es „auf dem Papier“ geplant war und sein sollte, erklärte ich mich bereit noch länger hier zu bleiben. So werden jetzt aus den 12 Monaten deren 17! Letzte Woche unterzeichnete ich nun diese Vertragsverlängerung bis zum Jahresende 2011.

Diese Tage ist auch die zweite Maschine bei uns eingetroffen. Dieser fast 30 Tonnen Koloss aus Spanien wird so in 4-6 Wochen zum Späne machen kommen. In dieser Zeit fliesst noch viel Wasser den Jangtse runter. Nachdem was ich nun alles erlebt habe kann mich nicht mehr viel überraschen.

So etwa, wie auf jeder Strassenkreuzung mit Ampeln täglich mehrmals mit dem Velo. Ob du dich nun bei Grün oder Rot ins geordnete Chaos wagst ist beides etwa gleich gefährlich! Ähnliches passiert auch im Job. Fast nichts läuft in, aus unserer CH-Sicht, geordneten Bahnen. Oft ist es sehr schwierig den sich sehr schnell wechselnden Ideen und Befehlen meines nächsten Chefs, infolge seiner Unerfahrenheit, folgen zu können! Mir wird aber immer mehr bewusst, dass die Leute da ihren eigenen Weg finden müssen wie diese Abteilung weiter funktionieren soll. Der von uns vorgegebene lässt sich nur schwer Erfolg bringend einfach nach China kopieren.


17.4-Formel 1, das ist auch in China vor allem Ferrari. 95% der angebotenen Waren der Strassenhändler sind rote Artikel! Es waren auch die Boliden die ich als F1 Neuling zusammen mit den Roten Bullen am besten erkannte. Mit nur wenig Insider Wissen ist es bei den Geschwindigkeiten echt schwierig die ohne Nummern vorbeirasenden Autos zu erkennen. Trotz Lautsprecher fast alle 50 Meter bekommst du wegen dem Lärm vom Rennstand fast nichts mit. Einzig eine Anzeigetafel gab jeweils die ersten 10 Positionen bei der Zieldurchfahrt mit Startnummer an. Unser Rasensitzplatz war angenehm mit genug Freiflächen und bot einen guten Blick über einen Teil der Strecke. Heute reisten wir mit dem ÖV zum Race. Dass da effektiv viele Zuschauer nach Jading pilgerten merkten wir erst nach Rennende auf dem Weg zur Metro. Die Strecke hat ihre eigene U-Bahn Station. Die sonst bei jeder Gelegenheit rücksichtslos drängelnden Chinesen wurden da durch Hunderte Sicherheitsleute gezähmt und in Korridore gepfercht.(foto3) Danach ging Tor um Tor auf und man gelangte einen Sektor weiter. So stunden wir nach 60 Minuten auch in der Linie 11 der Shanghai Metro! Fast vor der Haustür bei so einem Anlass dabei sein zu können ist einmalig. Wenn alles klappt werde ich im Mai hier noch bei einem Rennvelorennen durch die Kurven flitzen. Nicht so schnell, dafür ohne Lärm dämmende Ohrenschützer!!!




16.4-Meine erste Formel 1 Lektion habe ich hinter mir. Mit dem Bike zum Autorennen ist doch eine spezielle Ausgangslage für einen solchen Anlass! Gemütlich radelten wir zu dritt in Richtung Jading, dem Rennort. Schon 5 Km von der Rennstrecke entfernt war der „Lärm“ hörbar. Wie summende Bienenschwärme tönte es da noch. 50 Meter neben der Piste waren es dann nicht mehr fliegende Insekten sondern 4 rädrige Boliden die mit ohrenbetäubendem Krach vorbei schossen. Eindrücklich die Geschwindigkeit. Wie oft, kommt so was Live erlebt viel mehr zur Geltung als vor dem Fernseher.


13.4-Meine zweiten Schweizer Gäste sind heute eingetroffen. Josy und Pascal werden zwei Wochen ihre ersten Asien Momente erleben. Nach ihrer Ankunft am Morgen früh bummelten wir ein wenig durch die Stadt Taicang. So landeten wir auch im Jack&Jones wo sie als einzige Kunden umschwärmte Gäste waren. Sie kamen gerade zur rechten Blütezeit.



10.4-Schön und Warm war dieses Wochenende. Endlich war nun auch da T’shirt Wetter. Aber nur für mich. Für echte Chinesen ist zwischen 25-30 Grad noch Langarm- und Pulliwetter! Der Samstägliche Besuch beim Jincang Lake wurde zur echten Frühlingswanderung durch blühende Bäume, Sträucher und Blumen um den schönen See. Im Gegensatz zu meiner Visite dieses Parks letzten September als ich fast allein war, hatte es diesmal sehr viele Leute. Dazu fand noch ein Drachenfestival statt. So war der Himmel voll dieser farbigen Papiertiere die vom Wind getrieben umher tanzten. Begegnet bin ich diesmal sogar drei Velofahrern! Auch wenn sie „nur aus Blumen waren“ und den Eingang bewachten!




5.4.-Qing Ming Jie in Chinesisch oder Tomb sweeping day in Englisch, das ist der Totengedenktag der Chinesen. Deswegen hatte wir Montag und Dienstag frei. Dafür durften wir am Samstag arbeiten. Da es Ostern in China nicht gibt, genoss ich diese 2 Tage quasi als meine Osterersatztage! Die kommt ja bei euch auch bald.

Dass dieser Tag auch gelebt wird bestätigte mir gestern die Vorbeifahrt bei einem Friedhof. Weiter warte ich sehnlichst auf den echten Chinesischen Shanghaier Frühling. Immerhin zwei Tage mit herrlicher und sichtbarer Sonne am blauen Himmel. Dazu wehte mir aber ein kalter Wind um die Ohren. So stieg das Thermometer nicht mehr als auf 15 Grad! Anderen Velosport treibenden begegnete ich gerade einem einzigen in den zwei Tagen.

Doch in kleinen Schritten erwacht auch die Natur. Die Pflanzen brauchen da viel längere Zeit ein wärmeres Klima bis sie sich hinaus wagen. Allgemein reiht sich hier Baustelle an Baustelle. So entsteht südlich der Stadt Taicang auf einer Fläche von 3x3Km quasi eine neue Stadt. Wo es letzten Sommer noch überall grün war ist nun alles aufgewühlt. Dort wo nicht schon neue x-Stöckige Wohnblocks aus dem Boden geschossen sind. Mit viel Wasser und Grün wird das mal doch richtig schön und wohnlich! So wie das unterste, computeranimierte Bild zeigen soll!!





3.4.-Um Tickets für den Formel 1 GP in China zu kaufen, der in zwei Wochen hier ganz nahe meinem Wohnort stattfindet, machte ich mich heute auf den Weg in die Stadt. Danach stattete ich dem nahegelegen Zhongshan Park noch einen Besuch ab. Der Frühling lässt sich Zeit. Das Wetter spielt auch verrückt. Am Freitag war es 30 Grad. Nach Sturmwetter am Samstag dann am Sonntagmorgen bei Regen noch gerade lumpige 4 Grad. Brrrr!

Aber dafür immer noch viel Wind. Der lässt die Herzen der vielen „Drächeler“ ,die es in China gibt, höher schlagen. Wie auch in Peking ist das auch hier eine wichtige Freizeitbeschäftigung von Gross und Klein!

Zhonghsan Park

Im Zhonghsan

Die Drachen sind bereit......

30.3.-Mein Geburtstag. Den in Asien zu erleben war doch ganz speziell. Für die meisten Chinesen hat dieser Tag keine Bedeutung. Eine kleine erlebte Geschichte dazu. Wie wir es bei Studer oft machen, versuchte ich mit einem kleinen Zeichen aus der Schweiz, darauf hinzuweisen. Mit einem Begleittext in Englisch und Chinesisch legte ich etwa 200 so kleine Schweizerschöggeli in der Kantine beim Zmittag bereit. Das für etwa 100 Leute! Im Text stund auch das für jeden 2 Stück gedacht sind!!!! Nach etwa 20 Personen, die zum Essen fassen daran vorbei gingen, war die Schachtel bereits leer!! Das passt genau für diesen Typ von Chinesen hier. Die können mit solchem nicht umgehen. Schweizer Schokolade, dazu noch gratis! Hat mich ein wenig traurig gestimmt und chli geschockt. Meinen nahestehenden Arbeitskollegen war es peinlich, dass das so ablief! Solche Erlebnisse hat man halt wenn man so im echten Arbeitsleben steht! Das macht ja das ganze auch spannend!

28.3.-Peking 4.Tag - Frühmorgens besuchte ich den nahe beim Hotel gelegenen Jingshan Park. Er schliesst sich nördlich der verbotenen Stadt an. Der Park, in dem neben fünf Pavillons auch viele Bäume und Pflanzen stehen, gestaltet sich um einen Hügel der aus dem Aushub des Palastgrabens entstand. Vom höchsten Punkt hat man den schönsten Blick über die ganze Stadt. Aber was da innerhalb dieser wunderschönen Parkanlage ab dem Sonnenaufgang alles abgeht ist für jeden aus dem Westen unvorstellbar! War auch für mich, trotz nun schon acht Monaten China, in dieser Form neu! Sicher 99% der sich hier sportlich bewegenden Leute sind Senioren! Nach meiner Schätzung älter als 50! Die total beweglichen Frauen und Männer boten mir da quasi ein „Spiel ohne Grenzen“ in diesem Freiluft Stadion. Herrlich!

Die Fahrt auf einer Rikscha durch Hutong folgte nach dem Besuch des Lamatempels. Hutongs sind noch alte historische Stadtteile. Mit so kleinen einstöckigen Häuschen und ganz engen Gassen. Eine Visite im Pekinger Zoo durfte auch nicht fehlen. Dann auf der Fahrt zurück zum Flughafen, stoppten wir noch beim Olympiastadion. Das Bird’s Nest erschien mir innen und aussen um einiges grösser als es im Fernseher rüber kommt. Ein Abendflug brachte mich wieder südlich in die andere Gewaltsstadt Chinas.

Der Pavillon oben auf dem Kohlenhügel. Erste blühende Bäume

Ein Beispiel des Seniorensports im Park.....

Das Vogelnest, Olympiastadion 2008, von aussen.

27.3-Peking 3.Tag - Die verbotene Stadt, der Namen sagt es. Über 500 Jahre durfte sie niemand betreten. Sie ist das grösste und besterhaltene Baudenkmal des historischen Chinas. Hier lebten zwei Kaiser Dynastien. Der Kaiserpalast galt als Zentrum des Chinesischen Denkens. Früher wurde enthauptet wer sich uneingeladen näherte, heute kauft man sich für 40 Yuan den Eintritt!! Um wirklich alles zu schauen würde man mehr als ein Tag benötigen. Beschränkte mich auf das wichtigste. Am südlichen Ende kommt man durch das Tor des himmlischen Friedens auf den Tiananmen Platz. Er fasst eine Million Menschen und gilt als der grösste Platz der Erde. Betreten kann man den Geschichtsträchtigen Flecken nur durch Unterführungen und nach Polizei- und Gepäckkontrolle! Wer auf dem Platz steht darf sich in der Mitte des chinesischen Universums fühlen…..sagen die Chinesen und glauben daran!

Forbidden City vom Kohlenhügel des Jingshan Park aus

Der Kaiserpalast

Ausgang beim Tor des Himmlischen Frieden

Gigantisches Mao Bild oberhalb dem Tor des Himmlischen Frieden. 6x4.5 Meter und 1.5 Tonnen schwer. Hängt seit 1949 da!

Auf dem Tinananmen Platz. Fast leer.......

26.3-Peking 2.Tag - Mein grosses Ziel dieser Tour war die Chinesische Mauer. Sie stund heute auf dem Programm. Der 3 Km lange Abschnitt Mutianyu liegt 90 Kilometer Nordöstlich des Zentrums der Stadt. Bequem mit einer Gondelbahn gelangt man an den Fuss des riesigen Bauwerks. Ohne interessierte Touristen gäbe es diese restaurierten Teile der Mauer nicht mehr. Die meisten Abschnitte des mal über 6000 Kilometer langen und 3-8 Meter hohen und an der Krone 4-6 Meter breiten Steinwegs, sind verfallen. Steil auf und ab geht’s. Hoch über dem Tal genoss ich die Aussicht. Nicht weniger als 26 Wachttürme beinhaltet dieser Mauerabschnitt. Vom  Mond aus, wie oft behauptet wird, ist sie nicht sichtbar! Drumherum ist das Ganze, wie bei uns auch, ein grosser Markt für Souvenir. Die vorwiegend Frauen an den Ständen wirkten fröhlich und aufgestellt. Man konnte gut mit ihnen über die Preise „verhandeln“!!



25.3-Peking 1.Tag - Beijing oder in Deutsch Peking ist seit 800 Jahren die meiste Zeit Hauptstadt Chinas und ich empfand diese Metropole nochmals eine Nummer grösser als Shanghai! Mehr Leute, vielmehr Autos und absolut schlechte Luft. Dafür schien 4 Tage die Sonne vom echt blauen Himmel. Trotzdem gab es einiges zu bewundern. Denn Peking hat noch viel mehr gut erhaltene alte, geschichtsträchtige Gebäude als die Hafenstadt. Der Sommerpalast war der erste Stopp nach meiner Ankunft. Hierhin zog sich der Kaiser zurück, wenn die Hitze in der verbotenen Stadt unerträglich wurde!! Im langen Wandelgang war was los…..

Der Abendliche Sonnenuntergang im Wassergraben, der führt um die ganze Verbotene Stadt, war dann ruhiger, trotz vielen fotografierenden Chinesen!

Beim Eingang zur ehemaligen Sommerresidenz des Kaisers

Der fast 1 Kilometer lange Wandelgang. Voll mit Chinesen. Die fast nur in Gruppen reisen. Um sich nicht zu verlieren tragen alle entsprechend farbige Caps! Der Guide informiert über Lautsprecher und läuft mit Fahne vorne weg!


13.3.-Am Morgen des 27.Februar wurden Sara und Andreas stolze Eltern eines Cedric. Mit grosser Freude bejahte ich ihre Anfrage ob ich "Götti Werner" werden möchte! Alles verlief problemlos. Mutter und Sohn (mit Vater) sind Glücklich und Gesund. Bereits scheint sich der Sprössling in Richtung China zu interessieren. Der Weiss-Schwarze Panda weckt schon mal sein Interesse. Damit ist die Familie komplett. Zum neuen Leben des nun dreiköpfigen Teams wünsche ich alles Gute und viele schöne Momente nach Belp. Geniesst jede Minute mit eurem Sohn! Freue mich den Junior bald auch in die Arme nehmen zu können!



10.3.-"Have a good ride" steht auf meinen Schuhüberzügen. Die benötige ich immer noch. Eine gute Fahrt hatte ich diese Woche jeden Tag auf dem Weg zum Job. Noch konnte sich der Frühling nicht richtig durchsetzen. So sehen zur Zeit die meisten Chinesischen Morgende düster aus. Die Sonne "würde" scheinen aber der Dunst und Nebel machen ihr das richtige leuchten unmöglich. Auch am Abend wird es während der Heimfahrt noch immer dunkle Nacht. Wenn ich losfahre verschwindet die Sonne gerade am Westlichen Horizont. 15-20 Minuten später ist es bereits stockfinster. Aber die Tage werden länger. So kann ich mein Akkulicht am Velo täglich etwa einen Kilometer später einschalten. Das ist beeindruckend für mich so zu erleben. Da ich hier an fixe Arbeitszeiten (9:00-17:30) gebunden bin ist dieses immer zur gleichen Zeit kommen und gehen doch ganz neu.




8.3.-Der internationale Tag der Frau, "Women's day" wird er in China genannt, hat da, zu meiner grossen Überraschung einen bedeutenden Stellenwert. So "hätten" in ganz China die Frauen offiziell einen halben Tag bezahlten Urlaub. Ist doch sehr erstaunlich wenn man sonst die Position der Chinesischen Frau in der Gesellschaft kennt. Aber vieles funktioniert auch hier nicht ohne Einsatz der Frauen. So müsste, ohne arbeitende Frauen, fast jeder Supermarkt schliessen usw... Aber bei KSMS waren wir Männer nach dem Mittag alleine am arbeiten!! Hier klappte das. Aber wir sind auch eine Westlich organisierte Firma.

26.2-Federball oder Badminton ist, neben Pingpong - das Tischtennis heisst da wirklich so - ein viel gespielter Sport. So hatte ich heute mit Bude KollegenInnen 1.5 Stunden die Gelegenheit in der Sporthalle Taicang zu spielen. Schon vor dem abschliessenden gemischten Doppel spürte ich das mir wohl blühende Muskelkater. Trotzdem hatte ich grossen Spass hier mittun zu können. Denke das war nicht mein letzter Einsatz mit dem gefederten Ball!


21.2-Der Fernsehturm in Pudong war heute unser erstes Ziel nach der Ankunft in der big city von Shanghai. Das ist der Stadtteil mit der grössten Dichte von ganz hohen Türmen und Gebäuden in der Metropole. Ein schneller Lift brachte uns in wenigen Sekunden auf 263 Meter in die mittlere Kugel! Der Ausblick über die Stadt war überwältigend. Sogar die Sonne strahlte mit uns um die Wette! Ohne sonstige Hügel bekommt man unten in den Häuserschluchten gar nichts von dem mit.



20.2-Nach der zweiten Infusion und dem Bluttest gestern fühle ich mich wieder Fit. Mein Hämatokritwert sank nochmals um 2% und lag bei 44.3%. So ist mein Anteil der roten Blutkörperchen im grünen Bereich. Mit mehr als 52% gilt ein Sportler ja als (Epo) gedopt!! So bin ich, trotz Basler Chemie im Blut, also "sauber"!! Seit Gestern ist Marcel, mein erster privater Gast aus der Schweiz, bei mir. Heute pedalten wir zusammen in Richtung Jangtse-Ufer. Leider lies der Dunst keine Sonnenstrahlen bis zu uns. Trotzdem radelten wir fast 70 Kilometer locker durch kühle Chinesische Landschaften!


17.2-Nach 3 Tagen zurück in China schon im Spital und das wegen einem aus der Schweiz eingeführten Käfer! Denn seit dem Wochenende fühlte ich mich nicht mehr ganz Fit. Das Kopf- und Halsweh besserte sich nicht. So bleibt da der Spitalbesuch die  einfachste Lösung solcher Probleme zu sein. Der Taicanger Spitalbetrieb ist wirklich sehr schnell. Für meine Schweizer Begriffe zu rassig, dass bei dem Tempo alles seriös ablaufen kann. Aber im Gegensatz zur Schweiz ist überall genügend Personal und es hat viele freie Räumlichkeiten. Ohne Dolmetscher Unterstützung von Freund Lu hätte ich vermutlich auch einige Zeit länger dafür gebraucht!! Denn ich war einmal mehr der einzige Nichtchinese. Nach dem Bluttest (30Min später erhielt ich das Resultat ausgedruckt) waren 7 von 24 der Werte ausser Norm. In solchen Fällen gibt es gleich eine Infusion. Diese holt man, natürlich nach vorherigem bezahlen, in einem Büro ab. Dazu kriegt man auch eine Nummer. Meine 37 wies mich in Zimmer 3 (von 6) alle mit 10 Stühlen belegt. Fast alle der 60 Sitzgelegenheiten waren belegt. Da herrschte Hochbetrieb. Kaum abgesessen kam eine Schwester und schloss die Leitung an! Nach Halbzeit des fast eine Stunde dauernden eintropfens linderten sich meine Schmerzen. Übrigens, die Infusion stammte von Roche aus Basel!!! Auch interessant, beim Anmelden hat man zwei Medizin Varianten zur Auswahl: Western Medizin oder Traditionelle Chinesische Medizin!! So darf ich Morgen die zweite Portion Basler Chemie in mein Blut vermischen. Dann am Samstag werde ich nochmals die Blutwerte testen lassen!


27.1-Eingepackt wie unten stürzte ich mich diese Woche jeden Morgen auf dem Velo in den neuen Tag. Die Sonne im Dunst, knapp unter Null Grad, benötigte ich diese Montur um den Kopf. Das vielseitig einsetzbare "Buffy" Halstuch dient mir nun als Mundschutz und kleiner Filter der momentan "kühlen, schlechten Luft" draussen. Fast alle Chinesen tragen seit dem Herbst so ein Filter um den Mund. Der Schnee ist mehrheitlich wieder  geschmolzen. Erst heute Abend beim Heimfahren tröpfelte es wieder leicht vom Himmel. So gehen Heute sehr intensive drei China Wochen zu Ende. Bald rasselt schon wieder der Wecker, um rechtezeitig am Flughafen zu sein.......



21.1-Halbzeit in meinem China Job. Schon ist es nun sechs Monate, dass ich hier arbeite. Wie lang ich jetzt effektiv noch bleibe ist zur Zeit noch offen. Ganz sicher aber mal bis zum 20.Juli 2011, dann sind meine (ersten!) 365 Tage um. Jedenfalls komme ich aber nun am 28.Januar für zwei Wochen zum arbeiten wieder in die Schweiz. Am 3.Februar feiert China ja erst das Neujahr. Das Chinesische Jahr des Hasen wird dann beginnen. So ist die Bude hier längere Zeit geschlossen. So passt es mir, dass ich während dieser Zeit nach Steffisburg zu Weiterbildungen kommen kann. Diese Woche zeigte sich hier nochmals der Winter. So waren teilweise auch die Strassen schneebedeckt. Was doch ungewohnt zu sein scheint. Jedenfalls gabs im Verkehr doch schon grössere Probleme. Denn kein Fahrzeug fährt hier mit Winterpneu.

Der Ursprung dieses Festivals vor vielen Jahren waren mal solche Laternen....  Die sind nun nur noch am Rand sichtbar!

D

Ständig wechselnde Farben in Eis gaben dauernd völlig andere Motive. Doch das fotografieren bei der Kälte war nicht unbedingt einfach!

Riesige Schnee Skulpturen. Man beachte die kleinen Menschlein bei der Arbeit..... Der "Michelin Mann" im Vordergrund bin ich. Eingepackt mit 3-4 schichtiger Kleidung. Der Park heisst Sonneninsel, sie zeigte sich auch. Trotzdem 25 Grad unter Null!

Die stolzen, unheimlich schönen Tiger-Samtpfoten im Nordost Chinesischen Schnee.

Die harten Oldies, sie waren Weiblich und Männlich, beim Sprung in den Songhua River. Täglich muss das Becken frisch ausgepickelt werden!!!

14.-17.1 HARBIN, "DIE CITY OF ICE" WAR EINE REISE WERT. Es ist gewaltig was da im Nordosten, in Chinesisch heisst "Dongbei" oder Heilongjiang, bei uns mehr als Mandschurei bekannt, abgeht. Glaubt man nicht wirklich, wie vieles in China, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat. Harbin, eine Riesenstadt mit immerhin fast 4 Millionen Leuten. Trotzdem völlig anders als Shanghai. Etwa so unterschiedlich wie St.Moritz und Hinterfultigen! Man wähnt sich nicht mehr im sonst gewohnten China, sondern eher in Russland. In vielen Gebäuden sah ich auch die Stadt Irkutsk im nicht weit entfernten Russischen Sibirien. Alles ist seit November in Dauerfrost. In der Regel dürfen sie 120 Tage unter Null Grad geniessen!! Während meiner Anwesenheit war es immer so zwischen 20-30 Grad im Minus! Für mich fürchterlich Kalt. Länger als eine Stunde am Stück war es mir unmöglich draussen zu sein. Wie diese Grossstadt und deren Bewohner mit dem umgeht beeindruckte mich sehr. Typisch für Chinesen, sie machen daraus einfach ein big business, als zu jammern. Denn dieses bei uns kaum bekannte Laternen-, Schnee- und Eisfestival ist ein fast zweimonatiger touristischer Renner. In kürzester Zeit werden da drei Parks mit Figuren, Gebäuden und Fantasiebildern aus Schnee und Eis gefüllt. Denn spätestens am 5. Januar muss die Eröffnung sein. Schon am Flughafen steht das erste Eisschloss. Gross Blöcke werden aus dem Eis des Songhua River ausgesägt. Vor Ort mit speziellen Sägen weiter verarbeitet und dann zusammengesetzt. Alles in Eis bekommt innen noch Licht. Das in der Nacht dann zum echten Spektakel wird. Aber auch neben dem hat die Stadt im Dunst, die Sonne schien immer aber man sah sie kaum, einiges zu bieten. So besuchte ich auch den Park für Sibirische Tiger. Hier werden solch seltene Wildkatzen gezüchtet. Wie auf Safari fährt man im sicheren Bus durch den Park. Wer Lust hat kann für 15 Franken ein Huhn, oder für 170 sogar eine Kuh als Futter für die Tiere sponsern! Dann hatte ich auch Gelegenheit ein ganz spezielles Museum zu besuchen, das 731. Viel des immer noch immensen Hasses der Chinesen gegen die Japaner stammt aus dem 2.Weltkrieg. Die Greueltaten vollführte die 731. Divison der Japaner in der Region von Harbin. Daher dieser Zahlen Name. Diese Zahlenkombination kennt jeder Chinese. Der Östliche Nachbar hatte da eine Versuchsbasis für bakteriologische Kriegsführung. Da testeten sie während ihrer Besatzung fürchterliche Sachen an lebenden Chinesen. Das wird in Bildern und Geschichten im ehemaligen Hauptgebäude dieser mehr als 70 Jährigen Grossanlage alles bestens dargestellt. Lief kalt den Rücken runter, wie können Menschen einander nur sowas antun! Dabei ist das Leben doch auch hier so schön. Jedenfalls ich habe die 4 Tage in Kälte und Eis genossen.

10.1.-Der Airbus A340 der Swiss brachte mich wieder wohlbehalten zurück nach China. Den grössten Teil des 11 Stunden Fluges hatte ich sogar 2 Sitze für mich allein. Auch mein Rocky Mountain Bike kam gut durch den Zoll in Shanghai. So bin ich jetzt Velomässig optimal ausgerüstet und bereit für alles. Beim anschliessenden Polizei Check in Taicang waren nun alle Formulare in Ordnung. Damit gelte ich nun als "fast Chinese" und benötige diesen Test bei der nächsten Einreise nicht mehr. Prima! Ziemlich geändert haben sich die Temperaturen. In meinem Domizil waren es nach der Ankunft noch genau 5 Grad, wenigstens noch über Null! Nur mit der Klimaanlage kriegt man die Wohnung kaum noch warm. So war ich heute mit Lu auf Öfelisuche in der Stadt!! Jetzt fühlt sich alles schon einigermassen angenehmer an. Draussen wird es über den Tag kaum mehr als eine Handvoll Grad über Null. Durch die Nacht ist es zur Zeit immer so 2 bis 5 unter Null. Nach Prognose der Kollegen soll das aber ab Februar wieder ändern! Am kommenden Wochenende tauche ich aber erst mal ab ins noch kältere China. (Minus 20 bis 40 Grad) Die Mandschurei heisst der nördlichste an Russland und die Mongolei grenzende Teil Chinas. In Chinesisch nennt er sich Heilongjiang. Dort liegt die 3 Millionen Stadt Harbin wo zur Zeit die grössten Schnee- und Eisskulpturen der Welt stehen. Dieses einmalige, jährliche Spektakel in Kälte und Farben will ich 4 Tage geniessen!

Jahreswechsel 2010-2011 Liebe Tagebuchleser, Freunde, Bekannte wünsche Euch von Herzen soviel Ruhe, Entspanntheit und Besonnenheit wie dem Chinesischen Velosenior auf dem Bänkli. Dazu dann aber auch viele so schöne Momente und die Lebensfreude der Chinesischen Frauen am Strand von Hainan im Süden Chinas. Bei mir beginnt das Chinesische 2011 am 6.Januar von neuem!



19.12-Letzter Tag in Taicang vor den Weihnachtsferien in der Schweiz. Nach einem feinen Mittagessen in der City von Taicang mit Lu begegnete ich noch dem Velomech direkt am Strassenrand. Wie viele Chinesische Handwerker erledigt auch er seinen Job direkt auf dem Boden! 3 Fr. (ohneMaterial) darf er verlangen für dieses aus- und einspeichen eines Velo-Rades, respektive das wechseln der Felge und Speichen. Das ist schon recht viel Geld für einen (nicht) autofahrenden Chinesen. Als Beispiel: Nur 15 Rappen ist der Lohn für das flicken eines Velo Schlauches! Ein neuer kostet auch zwischen 2-3Fr.! Aber der Mech machte einen äusserst zufriedenen Eindruck, das am Sonntagnachmittag!! Der letzte Chinesiche Sonnenuntergang im 2010 war ein "würdiger" Ferienabschied für mich! Nun gehts ab in die Heimat....freue mich.



16.12-Snow in Shanghai!! Tatsächlich fielen gestern auch hier die ersten Schneeflocken. Sei ungewöhnlich früh meinen die Kollegen. Trotz Sonnenschein am Morgen spürte ich das kommende Weiss schon. Alle lachten mich aus als ich ganz überzeugt den Winter ankündigte. Aber zwei Stunden später wurde meine Voraussage wahr! Zwar nur ein Schümli aber er fühlt sich gleich an wie in der Schweiz und wahr echt Weiss!! Er blieb sogar über Nacht bei 2 Grad unter Null.(foto1) So konnte ich wenigstens ein klein wenig üben für nächsten Montag. Nach 5 Monaten Asien komme ich für 16 Tage in den für mich wohl ganz kalten Europäischen Winter. Freue mich auf Familie, Freunde und Bekannte!! Nach sehr turbulenten letzten Wochen in der Bude habe ich nun doch Ferien und Abstand zum Job hier nötig! Denn kommenden Winter spürten auch die fleissigen Frauen schon letzten Samstag. Sie packten alle kälteanfälligen Palmen mit Reisstroh ein. Schaute ihnen eine Weile zu wie das läuft. Trotz Abend um halb5 und kaltem Wind läuft alles mit Spass und Freude ab. Enkel, Hund, alle helfen mit. Transportiert wird das Packmaterial mit Velo! So war es wohl ein Höhepunkt für sie als ich sie fragte ob ich noch ein Foto machen dürfe!(foto2)



6.12-Gestern Sonntag, 1 Tag vor dem Chlousetag, durfte ich einen weiteren genialen Chinesischen Herbsttag geniessen. Die Chinesen sagen dem zwar Winter. Zum inlinen um 11Uhr war es zwischen 20-25 Grad. Während ihr in der Schweiz bereits tief im Winter steckt und euch im Schnee austobt zog ich meine Inline-Skatingspuren durch die staubigen Strassen von Taicang. Wer gut hinschaut sieht die Spuren im Staub auf dem Bild! Das letzte mal richtig geregnet hat es am 23.Oktober. Das ist schon eine Weile her! Weil es so schön war kam am Nami auch das Rennvelo noch zum Einsatz. Die Stadt Taicang aussen zu umrunden ist in etwa vergleichbar mit einer Fahrt um den Thunersee! Aber einfach ohne so schönen See und total flach, anstatt Wasser und Berge sieht man da Hunderte 20-40 stöckige Hochhäuser! So kam ich nach 2 Stunden und 60 Km wieder daheim an.


29.11-Letzte Woche hatten wir bei KSMS hohen Besuch. Der riesige Aufwand im Vorfeld lies mich vermuten, dass uns wohl einer der höchsten aus Peking besuchen würde. Doch es war dann "nur" der Präsident von Anting der Stadt wo die Bude steht. Offiziell wurde es als "Manufacturing workshop openning" verkauft! Alles typisch Chinesisch! Als die Damen und Herren durch unsere Halle marschierten mussten wir Spalier stehen.(foto1) Fehlte nur noch, dass alle mit einem Chinesischen Fähndli ausgerüstet wurden! Auch der rote Teppich durfte ebenso wenig fehlen wie das verschneiden des Roten Bands zur symbolischen Eröffnung der neuen Prduktions Halle. Die Tage davor wurden auch viele Bilder gemacht so auch von unserem Team.(foto2) Erkennt ihr den einzigen nicht Chinesen?



24.11.-Sämtliche Bäume, Sträucher in Taicang erhielten in den letzten Tagen ihre Winterkleidung. Allen, das sind nicht Hunderte sondern eher Hunderttausende, wurde so bis ein Meter über dem Boden, der Stamm in Weiss gemalt! Gibt ganz spezielle neue Bilder in den Gärten und Parks, auch in der Nacht Beleuchtung. So ist es nun endgültig auch hier Herbst geworden. Das bunte Laub wird oft, unglaublich aber wahr in China, von Hand aufgelesen!



20.11.-Französisches Brot in China oder ein Chinesisches Parisette!! Passend hier wohl das Zweite. 56 cm lang. Für 45 Rappen war es meines! Um 8 beim Beck geholt. Knusprig und frisch zum Samstagszmorge!


13.11.-Sommerliches inlinen Mitte November!! :-) Die Temperaturen um 25 Grad  und mehr brachten mich beim stündigen inlinen arg ins schwitzen. Aber es ist äusserst angenehm so um diese Jahreszeit draussen Sport zu treiben. Bin ich mir aus der Schweiz nicht gewohnt, darum ist es umso schöner hier. Auch nach der Hitze im Sommer die hier herrschte.


7.11.-Kleines Jubiläum!. Mit dem heutigen Tag lebe ich nun schon den Hundertsten Tag im Osten! Vieles ist genau so wie mir im Vorfeld vor allem von Lu „beigebracht“ wurde. Einiges ist komplett anders als das, was das westliche Bild über die Chinesen sagt! So leistete ich mir zur Feier des Tages heute eine 100 Km Fahrt mit dem Rennvelo!! Das bei herrlichen Temperaturen vom 20-25 Grad und mit kurzen Velokleidern! Habe es genossen!

Die folgenden Punkte sind nirgends belegt oder erforscht. Sondern so erlebt und erfahren in der Region und der Schicht von Chinesischen Menschen wo ich mich seit dem 20 Juli drin bewege!


In dieser Zeit ist nun China/Shanghai für mich auch das Land geworden wo/mit:


- es im Sommer (Juli-September) tropisch heiss und schwül ist (nicht nur negativ!)

- der Herbst (Oktober-November) sich so anfühlt wie in der Schweiz der Sommer

- dem feinsten und ausgewogensten Kulinarischen Angebot überhaupt

- es feine knusprige Parisette Brote gibt wie vom Schweizer Beck

- alles Fleisch mit Knochen dran und drum (inkl Fisch) das teuerste ist

- nach 20 Uhr kein Chinese mehr Znacht isst

- 90% der Männer heftige Raucher und Biertrinker sind

- es kein Wochenende im westlichen Sinne gibt

- die meisten Chinesischen Firmen immer (noch) 6-7 Tage in der Woche arbeiten

- das Bildungsniveau aller mechanischen Mitarbeiter weit unter dem CH Standard ist

- das Preis und Lohnniveau etwa 10-15% des Schweizerischen erreicht, dadurch der Mensch noch fast für alle arbeiten die Maschine ersetzt

- bei westlichen Firmen cirka 10% des Personals aus dem Stammland kommen

- soviel schönen und passenden Frauenbeinen in so kurzen Minijupes mit den höchsten Highheels wie noch nirgends gesehen

- die meist gebrauchten englischen Wörter „maybe“(vielleicht) und „no problem“(kein Problem) sind

- gut 90% der Strassen vier- und mehrspurig sind

- alle Strassen beidseitig mit Baumalleen bepflanzt sind

- die Betätigung der Hupe bei motorisierten Fahrzeugen die häufigste Tätigkeit am Steuer ist

- im Nachtverkehr viele unbeleuchtet, der Rest mit Scheinwerfer,
unterwegs sind

- der Reis zum trocknen einfach auf öffentlichen Strassen ausgebreitet wird

- man kaum noch normale Velos auf den Strassen antrifft, dafür umso mehr Elektrobikes

- es sehr viele Gebote und Verbote gibt die niemand einhält und kontrolliert

- in diesem Jahr in der Stadt Taicang schon 10'000 Autos neu im Verkehr sind

Das alles gilt wohl nur für einen kleinen Teil dieses riesigen Chinesischen Reichs. Es trifft hier in der städtischen Region Shanghai zu. (15-20Millionen Leute!) China ist ja eigentlich nicht ein Staat. Es wäre wohl eher ein Kontinent. Flächenmässig ist es etwa so gross wie das ganze geografische Europa! Die Nord-Süd Ausdehnung beträgt cirka 5500 Km und die östlichen und westlichen Grenzen liegen 5200 Km auseinander. Der Osten, um Shanghai und er Küste entlang, ist voll industrialisiert. Der Westen in dieser Hinsicht eher unterentwickelt.

Mit mehr als 1.3 Milliarden Menschen, leben fast ein fünftel der Weltbevölkerung in China. Nicht verwunderlich, dass da öfters grössere Spannungen aufkommen. Vieles wächst in derart rasendem Tempo, dass es zu explodieren droht. So ist es gar nicht möglich, dass da alles zusammen in gleicher Geschwindigkeit ansteigt!


30/31.10-Leider fand das für dieses Wochenende geplante Rennvelorennen in Yunnan/Kunming, ganz im Süden Chinas, nicht statt. So waren die Touristischen Ausflüge mit meinem CH Chef und den Chinesen Vorgesetzten genau der richtige Ersatz! Suzhou, auch das „Venedig des Ostens genannt,“ war an diesen zwei Tagen unser Ziel. Mit über zwei Millionen Einwohnern ist auch diese Stadt für unsere Verhältnisse riesig. Dazu nennt sie sich auch die Nr.1 Chinas in Sachen Gärten und Parks. Es gibt auch ein Chinesisches Sprichwort: „Im Himmel ist das Paradies, auf Erden sind Suzhou und Hangzhou.“ Suzhou gilt seit dem 14 Jahrhundert auch als Seidenhauptstadt Chinas.

Dass grosse Menschenmengen hier nicht das dasselbe sind wie in der Schweiz durfte ich an diesem Wochenende wieder mal erleben!  Unser erster Besuch galt dem „Tiger Hill,“ der Hauptattraktion für Chinesische Touristen. Diese kleine Erhebung, mit einem schiefen Turm(foto1) (Yun Yan Si in Chinesisch) oben drauf, hat eine lange Geschichte. Unzählige Legenden haben zum geheimnisvollen Ruf dieses Hügels beigetragen! Alles ist in einen wunderschönen Park eingebettet. Bonsaigarten, Bizarre Felsformationen, kleine Teeplantagen, munzige Wasserfälle und viele uralte Bäume kann man bewundern. Wir waren aber nicht allein dort!! 99% Chinesen(Tausende!) plus einige Bleichgesichter aus diversen Ländern!

Wie bei Chinesen üblich, wenn sie mit Westlern unterwegs sind, ist jeweils das Kulinarische einer der wichtigsten Punkte. Chinesischer Reiswein, Krabben(foto2) und Schnecken genoss ich dabei zum ersten Mal! Der Wein hat für unsere Begriffe nichts mit dessen zu tun. Denn das ist reiner hochprozentiger Schnaps. Wir hatten die Wahl zwischen 42% und 58% igem! Es gäbe noch viel stärkeres Feuerwasser versicherte uns David mein Chinesischer Chef. Die Schnecken schmeckten vorzüglich. Um Krabben essen zu können braucht man erstens einen Lehrgang wie vorgehen!! und zweitens ist es kaum der Rede wert was man von dem schönen Tier wirklich essen kann! Aber das geniessbare war schon eine Delikatesse. Darum wohl sind sie auch so gefragt?!

Wenn schon ein wenig Venedig dann gehört auch eine Bootsfahrt(foto3) dazu. Die genossen wir beim Sonntäglichen Besuch des „Humble Administrator’s Garden.“  Die weibliche Gondoliera führte uns sicher durch das Kanallabyrinth. So ging eine weitere sehr intensive Woche zu Ende. Auch in der Bude war viel los. Neben meinem direkten CH Chef waren auch die Direktoren von Studer zu Besuch bei KSMS in Anting!




26.10-Diese Woche zogen erste Herbststürme übers Land. Der starke Nordwind blies mir, kaum zur Wohnung raus schon, um die Ohren. Etwa so wie es in der Schweiz bei Bisenlage windet. Die Temperaturen sanken dadurch auch ziemlich. In der Nacht sogar unter 10 Grad. Mit leichter Sonne war es dann um Acht Uhr schon wieder so um die 11-14 Grad.

Der Sturmwind blies auch die ersten Herbstblätter von den Bäumen. So wirbelten diese teilweise durch meine Speichen.(foto1) Da mein Veloarbeitsweg in Richtung Süden führt ging es locker dahin. Wenn so ein Sturm einem von hinten hilft. Dafür war die Rückfahrt am Abend umso beschwerlicher!

Da ich jetzt regelmässig so um die gleiche Zeit mit dem Zweirad die 20 Km zurücklege begegne ich einigen Leute jeden Morgen und Abend. Mit meinen farbigen Bikekleider falle ich unweigerlich sehr auf. So kennen mich diese Personen nun schon. Das mit dem auffallen ist ja eigentlich beiderseits. Das Gegenteil ist für mich, wenn ich zum Beispiel Frauen am Morgen im Pyjama und Stögelischuhen sehe!

So treffe ich seit drei Wochen vier Malerinnen bei einer Brücke. Sie erneuern die Aussenschale des gemauerten Geländers.(foto2) In voller Arbeitsmontur mit Mundschutz begrüssen sie mich jeweils schon von weitem lachend und strahlend mit einem lauten „Hello“! Leider wollen sie kein Englisch sprechen können mit mir. In solchen Augenblicken bedaure ich es sehr, dass ich mit meinem bisschen Chinesisch da nicht weiterkomme. Schon allein der Umstand lachenden Arbeiterinnen zu begegnen zeigt mir, dass trotz viel Negativem in China, bei ihnen in ihrem Leben nicht alles ganz so schlecht läuft!



17.10-Heute stund nun das Bike Rennen auf dem Programm. Mountain Bike Rennen wo es nirgends Berge hat!? Bei uns sind ja auch längst nicht mehr alle Anlässe dieser Art nur in den Bergen. Der Jincang Lake Park gibt dem Event den Namen. Im noch im Bau stehenden südlichen Teil dieser grossen Park und See-Anlage war eine 3.5Km Runde ausgesteckt. Sie führte kreuz und quer durch Büsche, Wiese, Wege und Strassen. Einzige zu überwindende Höhenmeter waren mehrere schöne Bogenbrücken!!! Der Boden beinhart ausgetrocknet. In 4 verschiedenen Kategorien(foto1) nahmen etwa 250 die verschiedenen Distanzen in Angriff. Darunter auch ein Frauenrennen! Alle starteten mit Helm. Im „normalen Leben“ sah ich noch keinen einzigen Velofahrer, ausser mir, mit einem Helm! Wie schon gestern rieten mir die Chinesen bei den „Profis“ zu starten. Unser Start zu den 6 Runden nur 15 Minuten verspätet und das Rennen nicht gekürzt. Ein Franzose und ich die einzigen nicht Chinesen im 40 Köpfigen Feld. Vornehm; die wichtigsten Infos übersetzten sie nur für uns zwei extra in Englisch! 

Alles ganz einfach und mit viel Herzblut organisiert, das spürte man überall. Ist auch da so, wenn jemand an diesem „Bikevirus“ erkrankt ist, sitzt das Tief. Spielt dann keine Rolle wo man ist auf dieser Welt. Ob Sibirien, Südamerika, Mongolei, Afrika, USA oder Berner Oberland man gehört sofort dazu! So öffnete der Radsport mir nun überall schnell viele Türen, um mir vorher ganz fremde Menschen, besser oder überhaupt kennen zu lernen.

Wie schon gestern war ich auch heute mit Abstand der einzige, der bereits so weit jenseits der 4 Jahrzehnte im Leben steht. Auch Materialmässig war ich klar im Übergewicht. Mein gemietetes Giant(foto2) wog genau 13.5Kg!! Sehr schwer, wenn ich denke, dass mein Rocky daheim 4.5 Kg leichter wäre! Die ganz schnellen Jungs Bikemässig voll ausgerüstet mit Carbonrahmen und XTR. Specialized, Merida, Giant aber auch BMC’s waren dabei.

Schnell zog sich das Feld in die Länge. Der starke Wind und die Biker wirbelten viel Staub auf. Jede Runde wurde mir, dem Ausländer, eine Flasche mit frischem Wasser gereicht. Die doch etlichen Zuschauer versammelten sich alle bei der einzigen kleinen technischen Schwierigkeit, oder mehr Mutprobe. Ein 20 cm breites Holzbrett oder drei Rundhölzer, man hatte die Wahl, über einen Bach(foto3) waren das Objekt. Das Tempo war sehr hoch, benötigte um die 8 Minuten pro Runde, das ergibt etwa ein Schnitt von 25Km/h! Fühlte mich sehr gut. Konnte mein angeschlagenes Tempo bis zur Ziellinie halten. Rennen sind halt Rennen, da gibt es Ranglisten. Das gehört zum Wettkampf. So war ich mit dem erreichten 9.Rang, unter den erwähnten Umständen, sehr zufrieden. Doch war das Ereignis, meine ersten Velo Rennen in Asien, das was mich viel mehr bewegte und beeindruckte. Bin sicher, dass weitere folgen werden.




16.10-Der Start zu meinem Rennwochende in China ist geglückt. Beim heutigen Strassenrennen war in jeder Hinsicht alles neu für mich. Schon ewig bin ich kein Rennen dieser Art mehr gefahren. Umso mehr freute ich mich darauf.

Beim Besuch des Jincang Lake Anfang September wurde ich durch ein Plakat(foto1) auf diesen Event aufmerksam. Mit 4.50 Franken Startgeld war dann die Anmeldung in meinem Bikeshop getätigt! Start und Ziel befanden sich auch bei diesem Park, der 9 Km ausserhalb der Stadt liegt. So war für mich alles bequem mit dem Velo erreichbar. Musste schon morgens um 9 zur Eröffnungszeremonie(foto2) dort sein. Mein Rennstart mit der Hauptkategorie, den Profis, wie sie ihnen hier auch sagen, war dann erst Nami um 3. In der Zwischenzeit gingen diverse andere Kategorien auf die Strecke.

Die Runde auch speziell. Zweimal 5.7 Km gerade aus in Nord-Süd Richtung mit dem Wendepunkt in zwei 180 Grad Spitzkehren. Die einzigen Höhenmeter, etwa 15, war eine Brücke(foto3) die wir so zweimal überquerten. Dazu ein sehr starker Wind. Einmal von Hinten und bei der Rückfahrt als Gegenwind. Das ganze spielte sich auf einer 4spurigen Richtungsgetrennten Strasse ab. Alles Total gesperrt. Verteilt waren da sicher 100 Polizisten als Streckenposten im Einsatz!

Das Rennen vor unserem war eine 4er Teamstafette. Jeder machte eine Runde. Dafür suchte ein Chinese noch ein Rennvelo. So lieh ich ihm meines. Dadurch dass der mit seinem Team nicht wirklich schnell war kam er erst knapp 5 Minuten vor meinem Start zurück. Aber es reichte für mich noch gerade um rechtzeitig bereit zu sein!

In unserem Feld, für mich überraschend, etwa 120 dabei. Die meisten Chinesen. Neben mir noch etwa 10 weitere Foreign Racer. Einige der Chinesen mit absoluten Hightech Rennmaschinen. Wenn sie für diese die Europäischen Preise bezahlen müssen gäbe das hier etwa zwei Chinesen Autos!

Leider für mich wurde die Länge unserer Strecke von 6 auf 4 Runden gekürzt. So bereitete sich das Feld, wo ich auch drin war, hinter 4 Spitzenfahrern schon nach 1Std04 auf den Sprint vor. Da die Jury weder Zeitnehmer Chip noch Zielfilm hatte konnte sie nur die vordersten nach Rang klassieren. Mit dem Alter wird man in solchen Sprints nicht unbedingt schneller. Mein geschätzter Rang etwa zwischen 25-30. War Nebensache, machte so der so grossen Spass hier dabei ein zu können.




15.10.- Jetzt verändert sich die Natur auch hier ganz langsam. Einige Blätter haben schon die Farbe des nahenden Herbstes angenommen. Aber noch immer ist die Mehrheit in der Natur tiefgrün. Am Morgen war es diese Woche mit 18 Grad zum ersten Mal unter 20. Das ist aber immer noch sehr angenehm und entsprechend geniesse ich es auch. Bis Gestern war es jeweils regnerisch. Ab Heute und fürs Wochenende melden sie Sonneschein.

Mein Arbeitsweg von Taicang nach Anting per Velo ist 20 Km lang. Während einer Morgendlichen Fahrt zählte ich nun mal alle Ampeln. Dabei kam ich die stolze Zahl von 25 dieser Rot-Orange-Grün Lichter!! Die sehen hier genau gleich wie bei uns. Dazu kommt noch ein „Toll Gate“ das ist eine Strassen-Gebührenstelle plus eine Polizeikontrolle. bei beiden kann ich normalerweise rechts am Rande durchfahren. Letzthin wollten sie plötzlich doch meinen Pass sehen. Musste dafür ins Haus. Dort nahmen zwei andere Police Männer mein Rotes Büchlein unter die Lupe. Sie wollten, neben der Passnummer auch die Visumnummer aufschreiben. Nachdem sie zuerst die Mongolische- dann die Russische Visanummer abschreiben wollten versuchte ich ihnen zu erklären das sie wohl eher die Chinesische Nummer nehmen sollten. So klappte es dann ihm dritten Anlauf. Die guten Männer hatten wohl Mühe mit den nicht Chinesischen Buchstaben!!

Auf der Heimfahrt waren bei der Zahlstelle auf der Velospur am rechten Strassenrand so drei kleine durchgehende Bremswellen. Die überhüpfte ich immer in zügigem Tempo. Dabei beobachteten mich die Kontrollleute jeweils. Nun aufs Mal meinte es einer dieser gut mit mir und hat in der Mitte einen Teil dieser Welle entfernt. So habe ich nun freie Fahrt. So freundlich gehen die Chinesen also mit dem einzigen so farbigen Velofahrer weit und breit um!



10.10.-Schon sind meine China Ferien fast zu Ende. Morgen Montag beginnt wieder der Alltag. Aber auch das ist gut. Passierte viel seit meinem letzten Eintrag:-)
Immer mehr begeistert bin ich von den Strassen. Wie viel Farbe(foto1) da neben dem Asphaltband ist glaubt ihr nicht. Dazu ist ja jetzt der (Hoch)Sommer vorbei. Ohne das Blumen und Pflanzenmeer täglich zu hegen und pflegen wäre da nichts. Oder nach wenigen Tagen alles verdorrt. Nicht hier in China. Die YanHu Road liegt zwischen Anting und Kunshan in Nord-Süd Richtung. 10 Km lang geradeaus! Vierspurig, letzte 3 Km sogar Sechs Spuren plus beidseitig noch eine Bus- und Velospur. Nur zwei Kreuzungen mit Ampel. Top Belag. Vermutlich etwa ein Jahr alt. Kaum Verkehr, absolut super zum trainieren. Das ganze Strassenband ist teilweise mehr als 100 Meter breit mit allen Grünstreifen. Diese vier bis sechsmal 10 Km Grünes ist alles bepflanzt. Superschön! Bushaltstellen, alles komplett fertig, aber Busse fahren keine! Zurzeit ist beidseits der Strasse noch Bauernland. Vermutlich schon in Zwei Jahren stehen da Hallen und ich wäre da neben all dem Werkverkehr nicht mehr so allein zum trainieren!

Alte echte Chinesische Häuser gibt es ja fast nirgends mehr. Auch kein Ballenberg oder so ähnlich. Aber in Shaxi, der Nachbar Stadt von Taicang im Norden haben sie so ein Juwel alter Chinesischer Holz-Baukunst erhalten. Richtig auf dem Land und im Westen hätte es das noch. Aber hier im „industrialisierten“ Teil Chinas wurde alles mit Betonbauten ersetzt. So war es sehr eindrücklich das in Natura zu sehen. Mit allem echt, den engen Gassen,(foto2) den Handwerkern, (Scherenschleifer und der Schuhmacher) waren nicht zur Show dort. Die Leute leben noch normal in diesen Häusern.

Gestern nahm ich nochmals den Weg nach Shanghai City unter die Bus und Bahn-Räder. Mein Ziel die Expo. Täglich strömen Hunderttausende dahin. Diese Woche genoss sogar der 6 Millionste Gast seit dem 1.Mai diese Welt-Ausstellung. Eingangs Kontrollen gröber als am Flughafen. Eintritt mit Sackmesser und Flüssigkeiten nicht möglich!! Riesiges Gelände mit mehr als genug Platz. Um diesen Platz frei zu bekommen mussten 60'000 Leute umgesiedelt werden! Um wirklich alles zu sehen würde man wohl eine Woche benötigen. Denn die Wartezeiten bei gewissen Pavillons sind enorm. Die Chinesen stunden Gestern tatsächlich vier Stunden an um ins Schweizer Haus mit dem Sessellift zu kommen!! Unglaublich aber wahr! Mit meinem Schweizer Pass konnten Lu und ich bequem durch den Hintereingang. Als Touristennation Schweiz zeigt sich unser Land hier vorzüglich. Super 3D Bilder der schönsten Flecken unseres Landes. Dann die Fahrt mit dem Sessellift(foto3) aufs grüne Dach, dazu aus Lautsprechern echte Geräusche von der Alp.
Wir besuchten etwa 15 verschiedene Länder. Einfach dort wo die Menschenschlangen nicht zu lange waren!! Interessant wie unterschiedlich sich da die Staaten ganz verschieden präsentieren. Gut gefallen hat mir Neuseeland. Auch meine (alte)Liebe zu Südamerika wurde durch den Besuch von Ecuador und Bolivien wieder entfacht. Aus Costa Rica brachte ich noch echten Zentralamerikanischen Kaffee nach Taicang…..




4.10-PANDA! Shanghai Zoo. Eine Riesenanlage 100’000m2 gross. Ungefähr 6'000 Tiere dazu über 600 verschiedene Bäume. Die Anlage spart auch nicht mit Wasser. Viele Seelein, sogar zum Böötle darauf! Empfand es so mehr als Freizeitpark denn als Zoo. Aber es zieht die Leute, vor allem mit Kindern, zu Tausenden an.

Mein Hauptziel heute mal einen lebendigen Panda zu sehen schaffte ich! Wenn auch hinter Meterhohen Glaswänden. Um überhaupt zu diesen Absperrungen zu kommen musste ich mich regelrecht durch die Menschenmenge vorkämpfen! Der Grosse Panda heisst in China Englisch Giant Panda. Angenehm für mich, alle Tiere, sogar auf dem Plan und den Wegweisern, sind nicht nur in Chinesisch angeschrieben! Der Zottlige weit über 100Kg Koloss lebt frei nur China. Zur Zeit leben noch 2500-3000 dieser Gattung in freier Wildbahn. Als Futter benötigt der Vegetarier täglich cirka 10-20 kg Bambus!

Ist ein Tagesausflug wert der Zoo in Shanghai. Aber nach 3 Stunden Rückreise mit Bus, Metro und zum Schluss noch 18 Km auf dem Velo war ich froh wieder im „ruhigen und beschaulichen“ Taicang anzukommen!



2.10.-Ferien! Seit dem 1.Oktober, dem Nationalfeiertag in China, haben wir 10 Tage Ferien. So liess ich gestern Abend, zwei Stunden durch die Stadt bummelnd, die feiernden Chinesen auf mich wirken. Einiges ist ähnlich wie bei uns. Feuerwerke stiegen viele in den Nachthimmel. Auf den Strassen war viel weniger los als normal. Vieles läuft hier ohne feste Vorgaben ab. So hatte mein „Lädeli“ im Quartier um 18 Uhr schon geschlossen. Die meisten grösseren schlossen wie üblich. Die fleissigsten waren die Coiffeure. Einige der Salons waren noch um 22 Uhr voll besetzt! In vielen Restaurants war wenig los. Die Köche langweilten sich rauchend am Strassenrand. Aber da 10 Tage frei sind, wird das feiern wohl jetzt dann erst richtig beginnen.

Am Morgen machte ich mich auf die Räder um die G312 zu suchen. Das ist eine der wichtigsten Strassen in China. Sie verbindet den Osten (Shanghai) mit dem äussersten Westen bis an die Grenze Kasachstan und ist 4825 Km lang. Habe gerade ein sehr interessantes Buch darüber gelesen. Von Feiertag merkte man nicht viel. Aber zum trainieren war es super. So bog ich nach 25 Km fahrt bei Kunshan auf diese Nationalstrasse ein.(foto1) Viel Verkehr, aber auf en Radstreifen war es angenehm. Ungefähr 10 Km fuhr ich darauf in Richtung Shanghai.(foto2) Danach verliess ich die Route 312 wieder um Nordwärts Richtung Taicang zu radeln. 

Für einige Aufregung sorgten diese Woche noch meine Augen. Eine Bindehautentzündung löste in der Bude ziemlich Panik aus. Versuchte es geheim zu halten. Aber meine Ferrari Roten Augen verrieten mich. Wollte mit Lu am Dienstabend in eine Apotheke um Tropfen oder Salbe zu holen. So wie ich es in der Schweiz jeweils auch mache! Daraus wurde dann nix. Die Chinesen sind äusserst Allergisch auf alles was ansteckbar ist. So schickte mich der Chef sofort ins Spital. Dort lief alles, zu meiner Überraschung, völlig unkompliziert ab. Nach 30 Min verliess ich das Krankenhaus mit den entsprechenden Medis. Kostenpunkt für alles, musste Bar bezahlt werden, nur 140Yuan, das sind Sfr 21.-! Dazu verordnete mir der Doc 2 Wochen Arbeitsverbot. Aber das nur als Empfehlung.
Die Medis wirkten schnell. So war aus meiner Sicht am Mittwochabend alles wieder normal. Dadurch ging ich am Donnerstag wieder arbeiten. Aber kaum dort bekam die Personalchefin die Aufgabe mich sofort wieder heimzuschicken. Grund: Ansteckungsgefahr, ganze Bude bekommt es dann ganz China usw…. Das ist halt China.
So begannen meine 10 Tage Ferien ein wenig speziell. Trotzdem geniesse ich es nun mal richtig ausspannen zu können. Wünsche allen ein erholsames Wochenende!



24.9-Nach 3 Tagen frei von Mittwoch bis Freitag, beginnt Morgen Samstag wieder der Ernst des Lebens! So hiess es plötzlich am Dienstag kurz vor Feierabend, dass das Wochenende dann „normale“ Arbeitstage seien. Dadurch genoss ich die ersten Ferientage in China in vollen Zügen.
Mit dem Vollmond wechselte auch das Wetter. Am Dienstag noch fürchterlich heiss, war es am Mittwochmorgen plötzlich fast 15 Grad „weniger warm“!! Nur noch 23 über Null:-) Die Millionen von Mücken die ich am Vorabend zum heimradeln alle um mich herum hatte kündeten mir das andere Wetter bereits an. Genau so war es in Sibirien vor 2 Jahren als sich am nächsten Tag die äusseren Bedingungen radikal änderten und der grosse Regen kam. So stürmte und regnete es dann bereits am Morgen früh sehr heftig. Wir waren da am Rande des Taifuns, der noch mehr südlich grosse Schäden anrichtete.
Damit herrscht nun, zum ersten Mal in den zwei Monaten die ich nun schon in China lebe, eine angenehme Temperatur. Aber habe mich an die grosse Hitze und das immer feucht am ganzen Körper schon gut gewöhnt. Der Mensch ist, mit der richtigen Einstellung zu solchem, halt schon eine geniale Einrichtung! Aber es ist schon so, dass es zum draussen trainieren doch wesentlich angenehmer zum Atmen ist bei 24 als bei 37 Grad! In der Nacht schlief ich bis jetzt immer „unzugedeckt“ im Bett. Damit konnte ich die letzten zwei Nächte das erste Mal meine Bettdecke testen! Auch konnte ich die Wohnung mal richtig durchlüften und „natürlich“ abkühlen.
Mein neues Giant Carbon-Rennvelo hat mich sehr gut über die ersten Kilometer auf Chinas Strassen geführt. Alle Chinesischen Velos haben übrigens die hintere Bremse, im Gegensatz zu Europa, links montiert. Das passt mir gut als ehemaliger Querfahrer. Am Montagabend war keiner im Klubtraining so fuhr ich alleine weiter. Für mich ist bei Nacht trainieren automatisch verknüpft mit Winterzeit und Kalt. Umso ungewöhnlicher sind jetzt diese Fahrten durch die Finsternis bei 31 Grad, mit halboffenem Trikot ohne Unterleibchen und dazu noch schwitzend!! 

Taicang hat auch einen Hafen am Jangtse, somit über den Fluss direkt Anschluss zum offenen Meer. Zu dem gut 30 Km entfernten fuhr ich gestern. Von dem wies mir mehr als 10 Km der Jangtse-Damm den Weg. Alles voller Industrie(foto1) dort aber drum herum sehr viel Grün. Beim zurückfahren erlebte ich live wie ein Roller auf der Hauptstrasse fahrend in ein Auto aus einer Nebenstrasse krachte. Das bestätigte mir wie gefährlich diese Einbieger sind, Grundsätzlich fühle ich mich aber sicher im Verkehr. Im Vergleich zu Sibirien ist es hier entspannt zum velofahren. Vor allem weil beinahe jede Strasse die schon beschriebenen abgetrennten Zweiradstreifen hat. Auch heute auf dem Weg in Richtung Suzhou war das so.

 Der Sturm hat auch den Himmel gereinigt. So gewaltig Stahlblau(foto2) war es heute Morgen. Also auch im versmogten Shanghai und Umgebung gibt es das. Alles ist aufs Neue immer wieder beeindruckend riesig Gross. Auf dem Weg nach Suzhou, eine Bezirkshauptstadt mit über 4 Millionen Leuten, kommt man zuerst an Kunshan vorbei auch das eine Millionenstadt! Am Rande der Strasse auch immer wieder super schöne, äusserst gepflegte Parkgärten.(foto3) Bei Zweien machte ich Halt setzte mich hin und liess das Grün und die Ruhe auf mich wirken. Kaum 50 Meter neben dem Verkehr taucht man ab, hört den Motorenlärm überhaupt nicht mehr! Das tut gut:-)




18.9-Bereits neigt sich wieder eine ereignisreiche Woche dem Ende, diesmal mit einem super schönen aber auch heissen Wochenende. In der Bude ging es ein paar Schritte vorwärts. So ist die Maschine nun fertig installiert. Dazu ist auch der erste Teil der Genauigkeitstests bereits gemacht. Soweit alles i.O! Auch bezogen wir drei, Xuan, Zhiqiang und ich von der neuen Produktions-Abteilung unser neues Büro in der Halle wo auch die Maschine steht. Mit in unserem Office steht auch die Schrumpfmaschine zum Werkzeuge einspannen. Die Maschine zum ausmessen der Fräser und Bohrer fand auch noch einen Platz. Somit ist natürlich auch das Lager sämtlicher Werkzeuge in diesem Raum. Mit den vier neuen Chinesischen Maschinenbedienern stellte ich die ersten benötigten Tools bereist zusammen. Solches ist alles Neuland für die sehr interessierten und motivierten Jungs! Es braucht alles seine Zeit, aber habe ein gutes Gefühl, dass diese Truppe das alles in den Griff bekommt.
Montag- und Mittwochabend besuchte ich erstmals auch das Velo-Training des Giant Bikeshop. Beide male waren ganz verschiedene Leute mitgefahren. Gestartet wird um 7 Abends. Da ist es da ja schon eine Stunde dunkel hier. So kurvten wir locker um die 20Km durch die schlecht beleuchteten Strassen. Jeder von uns auch mit Licht am Bike. Im Gegensatz zu allen anderen Velo und Roller die unterwegs waren. Das ist sehr gefährlich. So tauchen dann eben plötzlich aus dem finstern Leute mit Zweirädern auf, dazu natürlich alle noch dunkel angezogen. Mehr als die Hälfte der Autos fährt immer mit Scheinwerfer ob Gegenverkehr oder nicht! Das ist als Velofahrer nicht so angenehm. So haben meine Augen dann nach so einer Autoblendung immer gewisse Probleme wieder umzustellen. Doch die Trainings machen grossen Spass. Der Guide, ein junger Chinese(foto1,re) hatte wohl die Aufgabe mich und meine Fitness mit erhöhtem Tempo zu testen. Dabei waren wir aber immer sofort weit vor den anderen und er machte dabei immer den Eindruck mehr zu schnaufen als ich!!
Auch meine Wohnung bekam ein wenig Farbe.(foto2) Unter anderem mit einem Kunstblumenstrauss von Cathy, das ist Zhiqiang seine Frau. Sehr schön und extra für mich gefertigt! Das ist ihr grosses Hobby. Von daheim brachte ich einige selbstfotografierte Poster ohne Rahmen mit. Diese konnte ich nun genau nach meinen Vorgaben hier fertigen lassen. Das zu Preisen dass sogar IKEA teurer ist! Diese hängen nun schon aufgezogen an den Wänden in meiner Stube! Auch in meinem Velokeller steht neben dem Rotweissen Arbeits- und Stadtvelo nun noch ein Weissrotes Giant Rennerli!(foto3) Das 1.August Bike hat bereits 1000Km in den Rädern so wird es ab jetzt durch seine neue Freundin im Keller ein wenig entlastet!




12.9-Verregnetes Wochenende. Gestern schüttete es fast den ganzen Tag. So sah es an meinem Fenster aus.(foto1) Heute Sonntag scheint es nicht viel besser zu werden:-( Draussen würde man zwar nur ein wenig anders Nass als wenn man "normal" schwitzt!! Trotzdem macht es nicht Lust. Dazu blitzt und donnert es teilweise äusserst heftig. Davor habe ich doch grossen Respekt. So blieb gestern "nur" der Weg zu Fuss in die City zum einkaufen in einer Regenpause. Ein Weg ist immerhin etwa 3Km. Dort hatte ich noch mit Lu abgemacht. Am 22.9 ist dieses Mittherbstfest mit dem Vollmond, wie sie dem hier sagen. Dazu holten wir zusammen den von KSMS gesponserten "MOONCAKE" in einer vornehmen Bäckerei mit dem doch unchinesischen Namen "Christine" ab! Entsprechend gehoben war auch die Verpackung und den Beutel wo ich es heimtragen durfte.(foto2) Wie es auch hier ist, sind solche Feiertage zu einem grossen Geschäft für viele geworden. So wird der entsprechende Artikel schon Wochen vorher zum gefragten Objekt. Drinnen in dieser schönen Schachtel sind also 12, wie Vollmonde im Jahr, Rundmondcakes.(foto3) Die Aussenschicht ist bei jedem mit einem anderen Monats Tierzeichen verziehrt. das geht also von der Ratte im Januar bis zum Schwein im Dezember. Innen ist eine sehr feine Füllung in zwei Farben. Die innere, hellere schmeckt nach Ananas. Die dunklere, äussere ist aus Süsskartoffeln. Aber da gibt es ganz verschiedene Rezepte mit was man sie innen ausfüllt! Am 1.10. haben die Chinesen dann ihren Nationalfeiertag! Vor und nach diesem Tag gibt es da viel zu Feiern. So ist auch unsere Firma vom 22.9 bis am 8.10 mit unterbrüchen 10 Tage zu. Der Nationalfeiertag ist neben dem 1.Mai (Tag der Arbeit) und dem Chinesischen Neujahr (mitte Jan-mitte Feb) der wichtigste Feiertag. Die Tage um den Vollmond im September und eben diesem Mondcake haben eine  sehr grosse Bedeutung. Genauer Beschrieb siehe unten:

Das Zhongqiujie (Mittherbstfest) Das Mittherbstfest fällt auf den 15. Tag des achten Monats nach dem Bauernkalender. In alter Zeit opferte man bei jedem Mittherbst dem Mondgott Kuchen, die man mit großer Sorgfalt gebacken hatte. Nach dem Opfer wurden die Kuchenstücke verteilt und von allen gegessen, was das Wiederzusammenfinden der Familie symbolisiert. Diese Sitte ist bis heute in China verbreitet. In der Mittherbstnacht scheint der Mond besonders hell. Im hellen Mondschein setzt sich die ganze Familie zusammen, bewundert den Mond und ißt die süßen Mondkuchen. Familienangehörige, die oft weit voneinander entfernt leben, blicken in den hellen runden Mond und denken dabei an ihre Lieben. Verse von Li Bai (701-762), einem großen Dichter der Tang-Zeit, sind bis heute in aller Munde: ,,Man hebt den Kopf und blickt zum hellen Mond. Man senkt den Kopf und denkt an die Heimat."




7.9-"Jincanghu" ist der Chinesische Name. Auf Englisch heisst er scheinbar "Jin Cang Lake". Diesem stattete ich am Sonntagnami einen Besuch ab. 8Km ausserhalb der Stadt. Ein künstlich angelegter See mit herrlichem Park drum! Dazu viele Sport-Spiel und Verpflegungsmöglichkeiten auf und neben dem Gewässer. Man könnte den See etwa mit dem Etang de la Gruere in den Freibergen vergleichen. Aber halt ein "Etang de la Taicang" à la China! Nicht so schöner Wald drum aber dafür Hunderte von verschiedenen Bäumen. Auch ein schattiger Bambuspark(3) gehört dazu. Alles sehr gepflegt, mit vielen Blumenwiesen.(1) War ja Sonntag, aber alle Gärtner, Jäterinnen, Bauarbeiter usw voll am Werk. Ist immer noch gewöhnungsbedürftig für mich, wenn am Sonntag alle am bügle sind! Zu meinem erstaunen waren fast keine Besucher da. Sei zu heiss für die Chinesen! Umrundete das Gewässer mal zu Fuss auf den steinbesetzten Fusswegen. Hat aber auch noch extra eine Strasse mit ganz schön verziehrten Bogenbrücken!(2) Nur für Velos, die kann man mieten. Hatten sogar Tandems! Mit meinem Bike durfte ich nicht rein. Eintritt muss man auch bezahlen. 20Yuan das sind 2.30Fr. Eingezäunt hat es dazu noch einen Barfuss Pfad. Das kennen sie also hier in China auch. Oder kam das etwa sogar von China zu uns? Entspannt genoss ich am Ufer sitzend zum Schluss das Wellenspiel auf dem Wasser!




4.9-Ganz ausgeschlafen startete ich heute um 6:45 mit den Inlines zum Frühsport. Wieder herrlicher Sonnenschein, aber dafür auch schon sehr heiss. Kaum 5 Minuten locker dahin gerollt läuft der Schweiss schon runter. Das alles vor dem Zmorge. Aber das tut gut. Auch nur schon um das Morgenleben der Chinesesn mitverfolgen zu können. Fast alle arbeiten ja auch Samstags. So waren die meisten auf dem Weg zur Arbeit. Auch die Strassenwischerinnen,(foto2) ausgerüstet mit Leuchtwesten oder Armlinge, waren schon fleissig. Die meisten sind übrigens auch Abends wenn ich heimfahre immer noch am Werk. Durch die Baustellen überall gibt es von den Fahrzeugen viel Schmutz von den Rädern. Umso wichtiger sind diese "Putzmaschinen" ausgerüstet mit Besen und Hochgriff Schaufel. Also alles Handarbeit! Um mit den Inline da ohne Sturz durchrollen zu können ist das umso wertvoller. Wählte die ganz neue Strasse Richtung Ludu und wieder zurück. Zum Zmorge kaufte ich mir bei dem Jungbeck(foto) zwei frische, noch ganz heisse Fladenbrote. So mobile Essstände hat es viele direkt am Strassenrand. Wie fast alle, ist auch dieser "Backofen" direkt auf einer Dreirad Rischka aufgebaut. Also flexibel überall einsetzbar. Preis pro Brot 10 Rappen! Sie schmeckten übrigens vorzüglich. Das feinste Brot was ich ich bisher hier probieren konnte!



1.9-Da sagten mir doch viele im Vorfeld, dass da das Velofahren  hier viel zu gefährlich sei. Von wegen. Was ich am Sonntagnami erlebte, spricht gerade fürs Gegenteil. Fuhr in Nordwestlicher Richtung zur Stadt raus. Mein Ziel eine Stadt namens ShaXi. Wählte die mir am besten erscheinende Strasse. Eine gute Wahl! Alle paar Hundert Meter wurde, in Form einer übergrossen Figur, einem alle möglichen Sportarten vorgestellt. Darunter auch Velofahrer.(foto1) Am Stadtende dann neben den üblichen, schon beschriebenen Radstreifen, noch ein zusätzlicher. Extra Rot asphaltiert und sicher 3m breit.(foto2) Das, beidseits der Strasse, und herrlich abgetrennt mit Grasfläche und Bäumen. Das wäre wohl das, was wir bei uns Veloweg nennen.  Weit und Breit kein einziger Velofahrer ausser mir! Eigentlich gings schnurgerade. Nicht aber in China! Zur Abwechslung immer leichte Kurven. Nach etwa 10Km endete er dann aufsmal. Zuerst noch ein Grienweg, dann plötzlich fertig! So durfte ich die restlichen 7Km bis nach ShaXi wieder auf die"normale" 4spurige Strasse mit Velostreifen wechseln. Das Wetter dazu nur Grau in Grau, wie wenns bei uns Nebel hat oder so an einem düsteren Novembertag. Nur die Plusgrade waren bedeutend höher, so unheimlich feuchte 30 Grad das der Schweiss nur so lief. Auch in der Bude kommt langsam aber sicher alles was uns noch fehlt. Die erste Maschine brachte ein Sattelschlepper. Zwei riesige Holzkisten drauf. Gesamtgewicht 27 Tonnen!(foto3) Ablad und der Transport in die Hallen klappte alles ohne Zwischenfall. Trotz angesagten Gewittern wars bis heute am Morgen immer Velowetter. So bikte ich nach dem Zmorge bis nach Anting und am Abend zurück. Leider ist, wenn ich um halb 7 heimkomme schon finster. So werde ich wohl jetzt, etwa bis im März, nie mehr bei Tageslicht heimkommen. Bis zum kürzesten Tag im Dezember soll sich der Sonnenstand nur etwa noch um eine Stunde verkürzen. Das ist eine der einschneidensten Umstellungen für mich. Da bleibt mir nichts anderes als mich dem Rythmus der einheimischen anzupassen. "Morgenstund hat Gold im Mund" oder so ähnlich:-)




29.8-Schon ist wieder eine ereignisreiche Woche um. Langweilig wurde es mir bis jetzt jedenfalls noch nie. So konnte ich mit meinem Bike zum erstenmal am Morgen in die Bude fahren. "bike to work" ist hier nicht üblich! So gab meine Ankunft bei KSMS doch ziemlich zu reden. Bis am Abend schlug dann das Wetter sehr stark um. Ab 5 Uhr ging ein ganz grobes Gewitter nieder. Die heftigen Blitze hielten mich von der Heimfahrt mit dem Zweirad ab. Dazu wurde ich kurzfristig noch bei Xuan und Familie zum Znacht eingeladen. Diese Einladung durfte ich nicht ablehnen, denn solche Essen sind was vom wichtigsten für alle hier. Für mich als Gast hier erst noch. Nach dem feinen Essen in seiner Wohnung begleitete er mich mit seiner Frau noch zum finden eines Shops mit Inline Skates. So bin ich nun auch stolzer Besitzer von Chinesischen "Rollerblades". Die konnte ich heute Sonntagmorgen zum erstenmal auf den Strassen zum rollen bringen. So wie es bei uns doch schon einige unterwegs hat mit solchen Rollschuhen, war ich hier natürlich einzig. Mit den flachen Strassen ist das da aber sehr Ideal. Auch die breiten gut asphaltierten Radstreifen eignen sich optimal dafür. So fand ich hier eine dritte gute sportliche Möglichkeit um mich draussen zu Bewegen. Das tut mir in allen Belangen gut. Gestern waren Lu und ich noch mit dem ÖV nach Shanghai gereist. Mit finden und wählen der richtigen Buslinie gelangt man sehr schnell zur der Taicang am nächsten liegenden U-Bahn Station des Netzes von Shanghai. So benötigt man nicht mal 2 Stunden für die Reise ins Zentrum der Grossstadt. Wir besuchten auch das Möbelhaus IKEA.(foto) Der Schwedische Gigant scheint auch hier eine Goldgrube zu sein. Entsprechend viele Besucher fanden sich hier ein. Alles ist bestens auf so Menschenmengen eingestellt. Bei den riesenlangen Kolonen beim Mittagessen hatten wir aber sehr schnell unser Westmenu mit Europadessert zum Chinapreis auf dem Tableau! Staunte echt ab dem Tempo wie das klappt! Haben da sogar "normales Bestck"!!


22.8-Um mein heutiges Ziel, den Jangtse zu sehen, musste ich die Stadt in Nordöstlicher Richtung mit meinem Bike verlassen. Der Jangtse ist der drittgrösste Fluss nach dem Nil und Amazonas. Er war in in letzter Zeit oft in den Medien auch in der Schweiz. Er entspringt im Tibet auf 5400m ist 6300Km lang und mündet nördlich von Shanghai ins Ostchinesische Meer. Nach gut 20Km biken bog ich in den Riesendamm dieses gewaltigen Stromes ein. An dieser Stelle, hinter der Stadt Liu He, ist er gut 12km breit. Cirka 80Km später verbindet er sich mit dem Meer und ist da, geteilt in zwei Arme, 40Km breit. Den Jangtse zu sehen ist scheinbar auch das Ziel vieler Chinesen, denn ich war nicht der einzige. Dafür der einizige mit dem Bike und nicht Chinese. Viele badeten in der braunen Brühe!(foto2) Ich beschränkte mich auf ein Fussbad. Das Wasser am Ufer sicher 25Grad warm. Aber die Füsse waren 10cm unter Wasser nicht mehr sichtbar:-( Trotz nicht klarem Sonnenschein wars am Ufer 44Grad warm. Darum gingen wohl so viele Chinesen baden! Der Wasserstand ist zur Zeit weit unter dem Damm. Hinter dem Betondamm liegen die Häuser wohl oft unter dem Wasserspiegel. Dafür ist die Gegend sehr fruchtbar. Aber nicht auszudenken was da passieren würde wenn er mal überlaufen würde. Auf dem Bike in Fahrt war dann die Wärme wieder erträglicher. Aber es war immer zwischen 38-40 Grad. So 20 Sekunden bei einem Rotlicht stehen bleiben gibt dann viel Durst. Hatte 2 Liter Wasser dabei die reichten gerade bis ich wieder daheim ankam. Nami lief ich noch in die Stadt. So besuchte ich auch einen Coiffeur. Wieder wollte niemand der jungen Leute Englisch können. Voll Service mit sogar zweimal Haare waschen kosteten 15RMB das sind etwa 2.50CHF.



21.8-Samstagabend-40Km auf dem Bike-selber Znacht gekocht-alles iO! Um 15 Uhr fuhr ich per Giant Zweirad los in Richtung Anting. Dort wo die Hallen von KSMS meinem Arbeitsplatz stehen. Der Thermometer stieg unterwegs bis 36 Grad. So als Vergleich denke ich, wenn es hier 30 Grad ist fühlt es sich wohl bei uns an wenn es 40-45 Grad wäre. Heute blies wieder der Wind, was alles immer viel erträglicher macht. Die erste Strasse südwärts aus Taicang raus, wo ich fahren muss ist ganz neu. 6-spurig und sozusagen leer.(foto1) Dazu beidseits, durch Bäume und "Bandeli" schön von den Autos getrennt, ein "Radweg".(foto2) Der ist überall so 2-3 Meter breit. Dann rechts davon immer noch ein Fussgängerweg! Das seitliche Ende machen immer wieder Bäume. Oft in mehreren Reihen. Die Chinesen haben Platz für solches. Bezweifle ob sie das im ganzen Land so handhaben. Aber da in Taicang ziehen sie das überall durch. Ist sehr schön und ganz bestimmt filtert das die Luft optimal! Eine stark befahrene Kreuzung zu beobachten ist ein riesen Spektakel. Ob sie nun Ampeln hat oder nicht spielt keine Rolle. Interessantes dazu, alle Kreuzungen mit Kreisel wurden wieder umgebaut und mit Ampeln versehen. Bis nach Anting muss ich drei so ganz grosse crossroads überqueren. Einfach 100% scharfblick auf alles was sich bewegt und hupt dazu. In der Regel hat es extra für Velos und Fussgänger so Streifen und Übergänge mit Ampeln. Die benutzt nur fast niemand! Auch neu für mich, alle Rechtsabbieger können immer fahren!! So ist es äusserst wichtig die immer im Auge zu behalten. So einen beschriebenen Radstreifen hat es die ganzen 20 Km bis Anting. Aber eben alle kleineren Ein- und Ausfahrten, solche hat es jede Menge, sind für diese Rechtsabbieger Vollgas Strecken. Also dazu immer, am besten bei jeder noch so kleinen Kreuzung, einen Blick zurück. Während der Rückfahrt gings mit dem Wind im Rücken flott vorwärts. So überholte ich auch Elektro Roller oder fuhr bei ihnen im Windschatten. Ist wohl total ungewohnt für sie, gab bei jedem Kommentare und lustige Gespräche ohne einander zu verstehen:-) Wie bei fast allem hier enden so Dialoge beidseits jeweils mit einem echten Smiley:-) Geparkte VW's bis an den Horizont. (foto3) Vor Anting steht auch die Fabrik des deutschen Autoriesen. Alle Made in China Wagen stehen zu tausenden fertig abholbereit da! So ein gigantischer Autoparkplatz habe ich noch nie gesehen.




19.8-Die Swiss brachte mich gestern sehr pünktlich und ruhig wieder nach Shanghai. Schon ist fast wieder der Chinesische Alltag eingekehrt bei mir. Es ist sieben am Abend, schaue zum Fenster raus während ich hier vor dem Feuerkasten sitze. Schon ist es fast Dunkel draussen, die farbige Leuchtreklame mag schon den scheidenden herrlichen Tag zu überstrahlen.(Foto) Vor meiner Wohnung kurven auch Fledermäuse akrobatisch herum. Auch diese leben also hier! Bei meinem Frühsport auf dem Zweirad wars heute mit 26 Grad beim losfahren um 6 Uhr und 30 Grad nach der stündigen Fahrt schon fast angemehm. Nach den kühlen Tagen in der Schweiz ist hier wieder (noch) richtig Sommer. Nachdem gestern Nami ein heftiges Gewitter noch mehr Feuchtigkeit brachte wars heute den ganzen Tag strahlend schön. Am Abend war es bis jetzt oft dunstig und man sieht die Sonne kaum. Heute aber wars anders, fast wolkenlos mit blauem Himmel und der herrlichen Abendsonne. Hatte ich so hier nicht erwartet! Auch von der viel erwähnten schlechten Luft kam bis jetzt noch nichts in meine Nase. Den ganzen Tag blies heute auch ziemlich der Wind, das macht die grosse Hitze schon viel erträglicher.


6.8-Bin gut angekommen in meinem neuen Zuhause. Mit Lu und Xuan,(foto1) er arbeitet auch bei KSMS, und seiner Familie war eine ganze Empfangsdelegation zur Stelle. Mein Block liegt in einer grossen Siedlung mit dem Namen "century garden". Rundherum hat es viel fliessendes Wasser und schöne Teiche.(foto2) Dazu viel Grün mit diversen Bäumen und Sträucher. Fast wie ein klein Venedig. Aber so oder ähnlich sieht es hier überall in solchen Siedlungen aus. Meine Wohnung liegt im Hochparterre von nur 5 Stöcken! Im Parterre sind die Garagen und Kellerabteile. In diesem Abteil steht mein Bike! Zum Stadtzentrum sind es etwa 3 Km. Aber bin dafür mit dem Zweirad schnell ausserhalb der ganz grossen Blocks im Grünen. Einen kleinen Supermarkt hat es gleich um die Ecke. Dort bekomme ich alles nötige zum Znacht und Zmorge. Nur frische "normale" Milch ist sehr schwer zu bekommen. Am Abend ist sie oft schon ausverkauft. Glaube die Chinesen sind Grundsätzlich keine Milchtrinker. Sah hier noch nirgends mal eine Kuh lebend draussen. Sie haben mehr so Sauermilch Joghurt Drinks. Die bekommt man Literweise. Ist auch sehr fein. Aber nicht optimal für meine Ovo zum Zmorge. Die schmeckt übrigens schon nicht ganz gleich, finde sie auch weniger Süss. Aber gleich optimal fürs Frühstück. Dazu gibt es Haferflocken, die bekommt man ohne Probleme. Die, angemacht mit dem Jughurt, mir eine nahrhafte Basis für den Tag geben. In meinem Appartment fehlt mir nichts. Grosses Wohnzimmer, Küche, Zwei Schlafzimmer und das Bad. Auch die Waschmaschine ist in der Küche. Da mein Domizil über die ganze Hausbreite und am Rande liegt kann ich die Sonne den ganzen Tag geniessen:-) Gekocht wird hier mit Gas. Jedes Zimmer hat auch Klimaanlage. Dazu beeinhaltet der "Balkon" auch eine spezielle Waeschetrocknungs Vorrichtung. Bei den immer noch so hohen Temperaturen, mit fast täglicher Wäsche ist das sehr wichtig. Heute morgen bei meiner "vor dem Zmorge" Biketour mit meinem am 1.August erstandenen in CH Farben Giant-Bike(foto3) wars erstmals nicht schon um diese Zeit ueber 30Grad. Nur 29!! Fuhr in Richtung dem Yangtse Fluss. Bis zum Ufer wären es retour 50Km. Kam nicht ganz soweit. Nach 10 Km Fahrt durchfuhr ich Ludu, das erste Dorf ausserhalb Taicang. Da war um halbsieben schon grosser Markt an der Strasse. Mit meiner Westlichen Bikemontur war ich auch hier der "ausserirdische"! Versuchte möglichst unbemerkt die vielen Leute zu umkurven. Jemand muss was von mir gesagt haben. Auf jeden Fall stund der Markt plötzlich still und alle schauten zu mir! Gab viel zu reden über mich, aber wir alle hatten es lustig:-) Auch ganz speziell hier, sah schon mehrmals Rückwärts JoggerInnen. Scheint hier in Mode zu sein. Dafür sah ich noch nie jemanden mit Nordic Walking Stöcken.So geht heute meine erste Fase hier in China zu Ende. Werde Morgen in die Schweiz zurück fliegen zur Hochzeit unseres Sohnes Urs mit seiner Anna. Bin ab dem 18.8 wieder hier. Machts gut. Die einen oder anderen werde ich vielleicht in CH treffen. Sonst bleibt Gesund und danke fuer Euer Interesse an meinem Tun!




2.8-Short city trip nach Shanghai. Bereits am freitagabend von der Bude weg konnten Martin und ich mit Michael, er arbeitet schon 11 Jahre hier und hat einen Fahrer, direkt in die Stadt fahren. Nach gut einer Stunde checkten wir bereits in unserem Hotel ein. Trotz Abendverkehr nirgends grosse Staus. Die Strassen teilweise 10 Spurig. Für das hier vor 20 Jahren noch kaum Auto fuhren, wirkt das unglaublich. Desto näher man der Stadt kam immer mehr und höhere Riesenbauten beidseits. Richtig drin hat es dann nur noch 30 und mehr stöckige Säulen. Banken, Hotels, Büros und auch Wohnhäuser. Man wähnt sich in einer Schlucht(foto1) oder einem Tal mit hohen Bergen. Für viele ist das Traum hier zu leben!? Bei mir war sofort klar, dass ich mich richtig entschieden habe und nicht da ein Jahr wohnen wollte. Lu und hat mich äusserst gut eingeschätzt, als er mir empfahl in Taicang zu wohnen. Zur Erinnerung. Taicang ist grösser als die Stadt Bern. Im Vergleich mit Shanghai, fühle ich mich hier wirklich wie auf dem Land. Glaube da halte ich es gut aus. Shanghai ist wie ein anderer Staat. Alles, wenigstens in der Innenstadt, ist westlich. Zum Zmorge gabs Gipfeli. Auch die Preise sind entsprechend. Nach der Ankunft am Freitag waren wir bei Marco dem Italiener Znacht essen. Superfein, alles wie bei uns. Mit Wein und allem drum und dran zahlten wir für alles fast 150CHF. Als Gegenstück, für 50Fr. kann ich hier in Taicang zwei Wochen herrlich jeden Abend Znacht essen. Wohl auch wegen der Expo sind sehr viele nicht Chinesen unterwegs. So fällt man als Westler gar nicht mehr auf. Gestern wars dann mit 37 Grad, fürchterlich heiss. Mit der hohen, fast 90% hohen Luftfeuchtigkeit, ist das fast unerträglich. Gleichwohl war es spannend durch die Nanjing Road, das ist die Shoppingstrasse, zu bummeln. Überall präsent auch die CH Uhrenbranche mit Riesenwerbung an den Fassaden. Unten in den Strassen werden dir die Rolex für 100Yuan=15CHF angeboten!! Zur Abkühlung musste ich zwischendurch mal in eine U-Bahn Station. Da unter dem Boden wars dann schon fast kalt. Es hat aber hier immer wieder schöne grüne Parks.(foto2) Dann gelangt man dann in den Bund, so heisst die Strasse mit den Prunkbauten aus der Kolonialzeit. Sie liegt am Ufer des Huangpu Flusses der später noch in den Jangtse mündet.(foto3) Am gegenüberliegenden Ufer sieht man die Skyline von Pudong. Da ragen alle Bauten bis in den Himmel. Zurück ins "Heimatdorf" gelangten wir mit U-Bahn die bis Jading fährt. Da uns kein Taxi bis Taicang bringen wollte landeten wir schnell auf den Hintersitzen von Motorräder. Der Fahrtwind war herrlich bei der Hitze und die zwei Jungs brachten uns wohlbehalten zurück.




29.7-Bereits ist eine Woche um:-) So vergeht die Zeit wie im Fluge. Jeden Tag kommen weitere sehr beeindruckende Geschehnisse dazu. So das einkaufen. Vieles gibts direkt an der Strasse. Oft auch Garküchen. Alleine unterwegs wird das dann jedesmal lustig bis ich was ausgelesen habe. Früchte ist kein Problem an den Marktständen.(foto1) Ausser den Bananen und Orangen sieht alles ein wenig anders aus und isst sich dann auch nicht gleich. Es gibt Pflaumen, Pfirsiche, Trauben usw aber die sind dann gar nich gleich als in CH. Grosseinkauf im Supermarkt mit Zhiqiang und Cathy seiner Frau war dann ein anderes Erlebnis. Ausgerüstet mit meinem genialen Visuellen Wörterbuch (Chinesisch-Deutsch) gings viel einfacher. Wir wollten alles fehlende für meine Wohnung besorgen. Tausende von Leuten in diesem Riesenladen, man konnte sich kaum bewegen, ich natürlich der einzige mit "Western Style"! So wird übrigens einiges das von uns kommt in Englisch mit Beinamen angeschrieben! Auch dieses Dessert (Foto2) beim Zmorge heisst:Western style pastry!! Dementsprechend schauten beim shoppen natürlich dann alle auf den ohne Schlitzaugen. Was,wo und wieviel er wohl ausliest. Von überall her kamen Tipps was besser wäre für mich. Meine zwei Berater mochten kaum nach mir alles in Englisch zu übersetzen. Aber wir hatten es lustig und es gab sehr viel zu lachen. Dadurch freuten sich dann auch immer alle Chinesen mit uns. Die zwei Einkaufswagen waren bald voll mit Bettwäsche, allem für die Küche und ersten Esswaren. So fand ich auch Ovomaltine. Die heisst hier Ovaltine, aber verpackt ist sie genau gleich. Getestet habe ich sie noch nicht, "zügle" jetzt dann am Sonntag in "mein Haus" (foto3). Gestern waren wir zu sechst vom Job aus einen Lieferanten von Guss in Shanghai besuchen. Da bekam ich dann das echte "Made in China" ¨Bild von produzieren hier. Das sind dann eben schon (ganz) andere Bedingungen als bei uns. So auch 7-Tage Woche und das 12 Stunden pro Tag. Wiewenig Lohn darf ich gar nicht schreiben!         Dann wünsche ich allen schon jetzt ein zufriedenes Wochenende. Habe die Schweizerfahne auch dabei für den 1.August. Danke an Martin und Doris dafür! Sei momentan kühl bei Euch. Davon kann ich zurzeit nur träumen hier! Man gewöhnt sich ja zum Glück schnell an alles:-)!!

Früchtestand an der Strasse

Das Dessert beim Zmorge Buffet

Meine neues Haus!!

25.7-Sonntag in China, was ist das, könnte man sagen. Da merkst du überhaupt nichts. Der Alltag läuft normal weiter. Alle Büetzer sind an der Baustelle, jeder Shop hat offen! Während ich das schreibe höre ich draussen Kompressoren Lärm und gerade fallen die ersten Regentropfen! Bin gespannt wie das sich dann ausserhalb des Hotelzimmers anfühlt, wohl schwitzt man nochmals mehr. Nachdem ich gestern den ersten Bikeshop alleine besuchte kam heute Lu mit zum zweiten. Dort sprach soger einer der Jungs ein wenig Englisch. War ein reiner Giant-Shop. Die Fabrik von Giant ist in der Nachbar Stadt Kunshan. Ist jeweils, überall wo ich jetzt war, immer äusserst spannend einen Veloladen zu besuchen. Hier noch speziell, da die echten "Made in China" Bikes gar nie bis zu uns kommen. So fand ich, neben den erwarteten tiefen Preisen, vieles noch nie gesehenes vor. So wie ich das jetzt beurteile, benötige ich als erstes ein Velo fürs flache. In der Stadt und dann zum ga bügle. So wäre das rote Giant-Momentum mit 3-Gang Nexus und Rücktritt eine gute Wahl. Dazu noch in CH Rot-Weiss. Sogar die Kette! Der Preis: ca 300 CHF. Aber Giant hat eine grosse Auswahl von so Stadtflitzern. Die ich auch sogar draussen testen konnte. Habe mich noch nicht entschieden. Zu meiner Überraschung fand ich auch schon zwei Tandems. Sehr Exklusiv, das auf dem untersten Bild, das China Tandem für 200 CHF! Durch Lu's Info über mich wurde ich auch schon zu wöchentlichen Training des Bikeshops eingeladen. Das wird ja spannend! In der Stadt sieht man, neben den tausenden von Autos, sehr viele Elektrovelos. Gibt auch extra Shops die nur solche führen. "Normale" Bikes und Velos eher dann weniger. Der Verkehr ist sehr chaotisch. So wie in Russland oder in Marrakech. Aber das geordnete Choas klappt. Man muss nur die Regeln kennen und sich danach richten.

Meine ersten China Velometer beim Biketest:-)

Giant Momentum Chinesisches Nexus Bike. Alles in Rot-Weiss

Das simple China Tandem für CHF 200.-

24.7-Schon ist Freitag-Abend und habe bereits soviel erlebt, dass ich schon fast nicht mehr weis wo beginnen mit schreiben. Die Hitze ist noch immer wie am Mittwoch. Kein Tropfen Regen aber den blauen Himmel sah ich jetzt schon mehrmals!! Da es im riesigen China nur eine Zeitzone gibt ist leider bei uns jetzt um 19 Uhr schon dunkle Nacht. Dafür ists am Morgen um 5 bei herrlichem Sonnenschein schon weit über 30 Grad. Heute war ich vor dem Zmorge, um halb sieben 30 Minuten Joggen. Das Leben ist um diese Zeit schon voll im Gang. Die meisten Shops haben bereits geöffnet. Jogger sah ich sonst keine dafür schauten alle auf mich:-) Einige Chineses sind am Turnen. Das köstlichste waren aber die 2 Grosis, direkt an der Strasse sitzend am "lisme"!  In Taicang hat es viel kleinere und grössere Gewässer mit überall viel Grün. Direkt vor dem Hotel eine superschöne Gartenanlage Jede Strasse die ich bis jetzt befuhr auch Ausserorts und die Achtspurigen, haben beidseitig schöne Baumalleen. Gestern Abend konnte ich das erste echte Chinesische Znacht geniessen. Waren zu fünft mit Martin noch ein weiterer Studerworker plus 3 Chinesen. Beim essen ist wohl nichts wie bei uns. Gibt soviele verschiedene Fleischarten, dass nichtmal die einheimischen alle kennen. Vieles ist sehr fad für mich, auch der Reis. Sehr gut schmeckt mir das Entenfleisch! Das Zmorgebüffet hier im Hotel ist unheimlich riesig. Morgen Samstag werde ich genug Zeit noch mehr zu probieren. Mein Schlaf und Aufstehrythmus ist noch leicht durcheinander. Aber jetzt bin ich doch recht müde. Bis bald.....

So, nun bin ich heute, am 21.7. um 6:50 prima in Shanghai/Pudong gelandet.
Zhiqiang, mein Chinesischer Kollege holte mich mit Chauffeur ab. Kaum aus dem Airport erschlug mich die schwül-heisse Hitze fast. Genau wie in den Tropen. Ist gewöhnungsbedürftig, aber nach einigen Tagen wird auch das Normal sein! Wie erwartet überall viele Leute. Tausende Baustellen (Hochhäuser)! Daneben reihen sich Industriegebäude aneinander. Kein blauer Himmel, aber die Sonne scheint. Nirgends Hügel, einfach nur flach. Wo nicht bebaut gibts auch grünes, ist kein Gras, ist alles Reis. Nach einchecken und dusche im Hotel, stund ich um 10.30 schon bei KSMS in der Bude! Den ersten Arbeitskollegen konnte ich in Berndeutsch begrüssen. Einer von etwa 5 die in diversen Jobs zur Zeit auch dort bügle. Die erste Prüfung kam beim Zmittag in der Hauseigenen Kantine. Die zwei Stäbchen wurden noch ungelenk eingesetzt. Benötigte ein bisschen länger aber habe ausgegessen.... Im Gegensatz zu fast allen Chinesen.


Eine Strasse in Taicang, einem Vorort von Shanghai mit 400'000 Einwohner. Hier wohne ich die ersten Tage im Hotel, dann sollte ich eine Wohnung beziehen können!
Vor der Chinesischen Botschaft in Bern. Beim abholen des Visums...!
Das wird mein erstes Objekt sein: Das Bearbeitungszentrum, eine DMC-100H aus Pfronten/Deutschland! Sie sollte Ende August im Hafen von Shanghai ankommen. Dann werden wir sehen wann und wie schnell das ganze zum laufen kommt und wir die ersten Späne produzieren:-)